|
 |
|
|
|
|
1000 v.u.Z.
|
Bronzezeitliche Siedlung in der Nähe des Straussees.
|
|
|
|
|
Um 600 |
siedelten Wenden von Osten kommend, in der Umgebung (Burgwall bei
Spitzmühle, eine leicht befestigte Siedlung vermutlich aus dem 7.
Jahrhundert).
Gegen die seit dem 10. Jahrhundert von sächsischen Feudalherrn
betriebene Christianisierung und Unterwerfung setzten sich die Slawen
zur Wehr.
|
|
|
|
|
983
|
Es kommt zur Zerstörung des 948 durch Otto I. gegründeten Bistums
Brandenburg. Der Askanier Albrecht I., der Bär, seit 1150 Markgraf von
Brandenburg, wurde
|
|
|
|
|
1134
|
mit der Nordmark belehnt und begann Brandenburg erneut zu erobern. Neben
einer starken Kolonisationstätigkeit werden eine Reihe Klöster gegründet
(1171 Zinna, 1180 Lehnin, um 1200 Chorin).
|
|
|
|
|
Um 1220
|
Gründung einer "Curia" auf der höchsten Erhebung am Straussee in der
Nähe des heutigen Rathauses (Stadthaus) durch askanische Kriegsleute -
ein mit Palisaden und Graben umgebenes Gehöft, um einen Einfall des
Markgrafen von Meißen abwehren zu können. Ein Lokator, ein vom
Markgrafen eingesetzter Landverteiler, siedelte im Schutze der Curia in
einer Dienstleutesiedlung (Kietz) u.a. Anhaltiner und Flandern an. In
diese Zeit fällt auch der Baubeginn der einschiffigen Marienkirche.
|
|
|
|
|
um 1225
|
wird eine Burganlage auf der höchsten Erhebung am Ostufer des Straussees
errichtet, unterhalb davon der Kietz als Dienstleutesiedlung, etwas
abseits (am heutigen Lindenplatz) entsteht nur wenig später ein Marktort
mit Nikolaikirche.
|
|
|
|
|
1239-1245
|
Krieg zwischen dem Markgrafen von Meißen und den Markgrafen von
Brandenburg um die Burg Köpenick und die anschließenden Gebiete im
östlichen Teltow und im südöstlichen Barnim. Die Brandenburger bleiben
Sieger.
|
|
|
|
|
1240
|
unternimmt der Meißner Markgraf einen Kriegszug in den Barnim und
verwüstet das Land bis nach „Struzbergh“. So berichtet es eine nur
wenige Jahrzehnte später niedergeschriebene Chronik.
|
|
|
|
|
um 1240
|
oder nur wenig später erweitern die brandenburgischen Markgrafen Johann
I. und Otto III. den Marktort Strausberg zur Stadt, verleihen ihr eine
größere Feldmark und das Recht der Altstadt Brandenburg. Eine Urkunde
ist darüber aber nicht erhalten.
|
|
|
|
|
1247
|
wird „Struceberch“ in einer Urkunde genannt, mit der dem Kloster Zinna
(bei Jüterbog) Besitzungen bestätigt werden, die es seit etwa 1230 am
Südostrand des Barnim zu eigen hatte.
|
|
|
|
|
um 1250
|
Bau der Marienkirche, einer frühgotischen Feldstein-Basilika mit sehr
lang gestrecktem Chor und einem im Westen breit vorgelagerten Querturm.
Sie hat große Ähnlichkeit mit dem ersten Bau der Berliner Nikolaikirche.
|
|
|
|
|
1252 / 54
|
Die Dominikaner errichten an der Nordwestecke der Stadt ein Kloster,
wozu ihnen Markgraf Otto III. ein Teil des Burggeländes überlassen
hatte. Den Wirtschaftshof (curia) behielt er.
|
|
|
|
|
1254
|
beginnt der Bau der Stadtmauer, wobei der Buchhorst in die Stadt
einbezogen wird. Die weniger gefährdeten Abschnitte entstehen wohl
zunächst in Holzbauweise.
|
|
|
|
|
1259
|
wird die Klosterkirche geweiht, in der Markgraf Otto III. nach seinem
Tode 1267 beigesetzt wird.
|
|
|
|
|
1268 / 73
|
werden der Stadt (civitas) und ihren Bürgern in 2 Urkunden die
anliegenden Gewässer, namentlich der Straussee (Struz), mit den
Fischereirechten übereignet.
|
|
|
|
|
1299
|
übergibt Markgraf Albrecht III. den Dominikanermönchen seine „curia“,
die südlich an das Kloster angrenzt.
|
|
|
|
|
1309
|
ist die älteste erhaltene Urkunde des Rates datiert: 8 Ratmannen und der
Schultheiß erlassen Bestimmungen für die Fleischer.
|
|
|
|
|
1321
|
vereinigt sich Strausberg mit 22 weiteren Städten zum märkischen
Städtebund, der gegen die Willkür des höheren und niederen Adels
gerichtet ist.
|
|
|
|
|
1339
|
Bau des Rathauses, das bis 1805 auf dem heute freien Teil des Marktes
steht.
|
|
|
|
|
1348-1353 |
in den Machtkämpfen um die Mark Brandenburg wird die Stadt mehrfach
belagert und eingenommen, zuletzt verliert sie sämtliche älteren
Urkunden, ist damit faktisch rechtlos.
|
|
|
|
|
1354
|
stellt Markgraf Ludwig der Römer eine neue Stadtrechtsurkunde aus und
bestätigt darin alle früheren Rechte.
|
|
|
|
|
1359
|
pfänden die Frankfurter wegen Zahlungsverzugs einen großen Teil des
Strausberger Viehs und treiben es fort.
|
|
|
|
|
1367
|
kauft die Stadt den Bötz- und den Fängersee; die Zünfte (die
Viergewerke) gewinnen ein Mitspracherecht im Rat.
|
|
|
|
|
1393
|
schließt sich die Stadt dem Bund märkischer Städte („Landwehr“) an, der
gegen Landfriedensbruch und Straßenräuberei vorgeht.
|
|
|
|
|
1402
|
Gerobert Dietrich von Quitzow im Bündnis mit Pommern und Mecklenburgern
die Stadt, die von den Truppen des Städtebundes zunächst nicht
zurück gewonnen werden kann.
|
|
|
|
|
1404
|
lässt Dietrich von Quitzow die Stadt erneut stürmen, diesmal als
Hauptmann des städtischen Aufgebots.
|
|
|
|
|
1408-1420
|
wird Strausberg viermal an Adlige verpfändet und droht zur
adelsabhängigen Stadt zu werden.
|
|
|
|
|
1418
|
erwirbt die Stadt das Obergericht und hat von da an einen
selbst gewählten Bürgermeister an der Spitze des Rates (anstelle des
markgräflichen Schultheißen).
|
|
|
|
|
1432
|
kommen die Hussiten auf ihrem Vergeltungsfeldzug durch die Mark
Brandenburg auch vor Strausberg, erobern die Stadt und richten
beträchtlichen Schaden an.
|
|
|
|
|
um 1448
|
erhält die Marienkirche anstelle der hölzernen Flachdecke steinerne
Wölbungen, die im Chor mit Malereien verziert werden; der Turm wird
beträchtlich erhöht.
|
|
|
|
|
1515
|
Aufruhr der Bürger, für den 100 Taler Strafe an den Landesherrn zu
zahlen sind.
|
|
|
|
|
1521
|
vernichtet der letzte größere Brand am Lindenplatz 29 Häuser.
|
|
|
|
|
1540
|
kommt als Folge der Reformation der erste lutherische Prediger in die
Stadt. Das Kloster wird aufgehoben, seine Kostbarkeiten vermehren die
Einnahmen des Landesherrn, der die Grundstücke und Gebäude einem
kurfürstlichen Rat übereignet.
|
|
|
|
|
1566
|
rebellieren die Bürger gegen die immens gestiegenen Steuerforderungen
des Landesherrn. Es nützt ihnen aber nichts, sie müssen trotzdem zahlen.
|
|
|
|
|
1588
|
wird die Schützengilde mit einem kurfürstlichen Privileg bedacht.
|
|
|
|
|
1598
|
wütet die Pest. Wie schon 1549, 1550 und 1575 sterben Hunderte Bürger
der Stadt, darunter auch der Pfarrer und märkische Chronist Andreas
Engel.
|
|
|
|
|
1616
|
ist die Stadt hoch verschuldet und muss einen Teil der Gemarkung
verpfänden.
|
|
|
|
|
1626
|
erfassen die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges (1618-48) auch
Strausberg: Die Bürger müssen hohe Kontributionen an den
„protestantischen“ Söldnerführer Ernst von Mansfeld zahlen. Danach
wechseln sich jahrelang die endlosen Forderungen der verschiedenen
„Kriegsvölker“ ab.
|
|
|
|
|
1626 u.1627
|
hält sich der kaiserliche Feldherr Wallenstein
jeweils mit einem großen Gefolge kurzfristig in der Stadt auf.
|
|
|
|
|
1633
|
dringen kaiserliche Truppen gewaltsam in die Stadt ein und plündern sie
zwei Tage lang gründlich aus.
|
|
|
|
|
1638
|
leben nur noch 32 Bürgerfamilien in der Stadt.
|
|
|
|
|
1641
|
sind nach einem Häuserverzeichnis nur 30 Häuser bewohnt, 188 liegen
„wüst und öde“.
|
|
|
|
|
1670
|
inspiziert der kurfürstliche Kammergerichtsadvokat Trüstedt die Stadt
und findet 98 Häuser bewohnt, aber 68 davon baufällig, 138 Stellen sind
leer. Handwerk, Ackerbau und Braugewerbe liegen darnieder, die
Steuerlast ist unerträglich, der Ort droht gänzlich zu verfallen.
|
|
|
|
|
1700
|
arbeiten 54 Tuchmachermeister und 16 Schuhmacher in der Stadt.
|
|
|
|
|
1709
|
wird eine Poststation mit einem königlichen Postmeister eingerichtet.
Zweimal in der Woche fährt die Postkutsche von Berlin über Altlandsberg,
Strausberg und Wriezen nach Freienwalde und zurück.
|
|
|
|
|
1714
|
zieht eine Kompanie des Infanterieregiments 23 als Garnison ein. Die
Soldaten sind – oft mit Familie – bei den Bürgern einquartiert.
|
|
|
|
|
1727
|
hat Strausberg 1173 Einwohner, davon 103 Tuchmachermeister.
|
|
|
|
|
1747
|
erhält der Kirchturm einen hölzernen Aufbau, der 1922 wegen
Baufälligkeit wieder abgebaut werden muss.
|
|
|
|
|
1756-1763
|
im Siebenjährigen Krieg müssen die Bürger wieder Kontributionen an die
Franzosen und Russen zahlen, Leistungen für die eigene Armee erbringen
und unter der Zerrüttung der Wirtschaft leiden.
|
|
|
|
|
1765
|
will König Friedrich II. in Strausberg übernachten, muss das Zimmer aber
wegen eines arg qualmenden Herdfeuers wieder verlassen. Er soll es der
Stadt nie vergessen haben, dass er „in dem verfluchten Loch
ausgeschmaucht“ wurde.
|
|
|
|
|
1772 |
werden die noch brauchbaren Gebäude des Klosters für die Stadtschule
hergerichtet.
|
|
|
|
|
1787 |
wird das Kloster abgebrochen und – z.T. auf alten Fundamenten – eine
Landarmen- und Invalidenanstalt errichtet. Dort sind seit 1792 Alte,
Kranke, Bettler und Landstreicher, aber auch Militärinvaliden
untergebracht. Gleichzeitig werden die Reste der Nikolaikirche am
Lindenplatz abgebrochen und dort ein neues Knabenschulhaus gebaut.
|
|
|
|
|
1805
|
wird das alte Rathaus (an der Südseite des Marktes) abgebrochen, nur die
Fundamente und Keller bleiben im Boden. Ein Neubau verzögert sich wegen
der Kriegsereignisse.
|
|
|
|
|
1809
|
wählen die Bürger erstmals Stadtverordnete, die ihrerseits den
Bürgermeister und die übrigen Magistratsmitglieder wählen.
|
|
|
|
|
1812
|
stellt der Magistrat auf königlichen Befehl eine Bürgergarde mit zwei
Abteilungen zu je 100 Mann auf. In den folgenden Jahren wird sie
mehrfach umbenannt und umstrukturiert.
|
|
|
|
|
1813
|
wird am 18. Februar die erste Kosakenabteilung von den Strausbergern mit
großem Jubel empfangen.
|
|
|
|
|
1820
|
wird das neue „Stadthaus“ an der Westseite des Marktes fertig gestellt.
|
|
|
|
|
1848
|
rebellieren die Insassen des Landarmenhauses gegen Verzögerungen bei der
Freilassung und gegen einen besonders verhassten Anstaltsbeamten. Mit
Hilfe der Strausberger Schützengilde stellt der Landrat die Ruhe wieder
her.
|
|
|
|
|
1854
|
wird die Chaussee Berlin – Altlandsberg – Strausberg – Prötzel fertig
gestellt, an deren Finanzierung die Stadt sich beteiligt.
|
|
|
|
|
1861
|
erscheint zweimal wöchentlich die erste örtliche Zeitung, der „Märkische
Bote“ des Druckereibesitzers Wilhelm Sternbeck. Sie unterstützt meist
die Liberalen, die im gleichen Jahr einen Handwerkerverein, einen
Männerturnverein und eine „Liedertafel“ gründen.
|
|
|
|
|
1863
|
wird auf Betreiben der liberalen Abgeordnetenmehrheit eine Höhere
Bürgerschule für Knaben eröffnet, die sich zu einem Realprogymnasium
weiterentwickelt, aber auf Druck der konservativen Fraktion nach 1887
schrittweise wieder aufgelöst wird.
|
|
|
|
|
1867
|
eröffnet die Königliche Ostbahn am 1. Oktober den Verkehr zwischen
Berlin und Küstrin. Die Verbindung zwischen der Stadt und dem 6 km
entfernten Bahnhof besorgen private Fuhrunternehmer und die Königliche
Post.
|
|
|
|
|
1872
|
beginnt die Städtische Sparkasse ihre Tätigkeit. 1872/73 werden die
ersten Gewerkschaftsorganisationen gegründet: ein Ortsverein der Fabrik-
und Handarbeiter, ein Verein selbständiger Stuhlarbeiter und ein
Ortsverein der Schuhmacher. Die Tuchmacher beteiligen sich im Sommer
1873 erstmals an einem großen Berliner Werbestreik.
|
|
|
|
|
1878
|
entsteht ein „Pfeifen-Club“, der möglicherweise die erste getarnte
Organisation der Sozialdemokraten ist.
|
|
|
|
|
1879 / 80 |
wird der Männerturnverein „Vorwärts“ gegründet, dem zumeist Arbeiter
angehören.
|
|
|
|
|
1883
|
bildet der MTV „Vorwärts“ eine Freiwillige Feuerwehr mit 40 Mitgliedern.
Die Stadt kauft eine neue fahrbare Handdruckspritze.
|
|
|
|
|
1887
|
gründet Albert Pökelmann den „Freien Wahlverein“ der Sozialdemokraten.
|
|
|
|
|
1893
|
am 17. August eröffnet die „Strausberger Eisenbahn-AG“ den Verkehr
zwischen der Altstadt und dem „Ostbahnhof“ an der Küstriner Strecke. In
den folgenden Jahren beschleunigt sich der Bau der Villen- und
Landhaussiedlung „Vorstadt“.
|
|
|
|
|
1894
|
beginnt der regelmäßige Fährbetrieb über den Straussee, seit 1915
elektrisch betrieben; dazu dient eine 360 m lange freihängende
Oberleitung, die als einmalig in Europa gilt.
|
|
|
|
|
1896
|
liefert das neu errichtete Elektrizitätswerk am Fischerkietz den ersten
Strom.
|
|
|
|
|
1897
|
wird die Schuhfabrik Tack gegründet, die wenige Jahre später mit etwa
400 Arbeitskräften das größte Unternehmen am Ort ist. Im gleichen Jahr
ist auch der Neubau des städtischen Krankenhauses an der Wriezener
Straße fertig gestellt.
|
|
|
|
|
1898
|
spricht August Bebel in einer großen öffentlichen Volksversammlung für
Männer und Frauen gegen die Rüstungslasten und für soziale Reformen. Bei
der Reichstagswahl wenige Wochen später erringt der sozialdemokratische
Kandidat in Strausberg fast 58 % der gültigen Stimmen.
|
|
|
|
|
1899
|
wird die Pferderennbahn an der Landhausstraße mit einem ersten Renntag
eröffnet. Das letzte Rennen findet 1942 statt.
|
|
|
|
|
1900
|
hat Strausberg 7725 Einwohner.
|
|
|
|
|
1901
|
eröffnet die Städtische Volksbibliothek den Leihverkehr.
|
|
|
|
|
1902
|
wird der Konsum-Verein für Strausberg und Umgebung gegründet.
|
|
|
|
|
1904 |
ist der große Schulneubau in der Hegermühlenstraße fertig gestellt und
wird von der Volksschule, der Mittelschule und der Fortbildungsschule
bezogen.
|
|
|
|
|
1908 |
wird das Strausberger Heimatmuseum gegründet.
|
|
|
|
|
1910
|
beginnt der Bau einer zentralen Wasserleitung mit dem Wasserwerk am
Igelpfuhl und dem Wasserturm auf dem Marienberg.
|
|
|
|
|
1911 / 12 |
finden viele Wahlversammlungen statt, in denen die Sozialdemokraten
gegen Rüstung und Kriegsgefahr protestieren, konservative und liberale
Redner hingegen – wie schon in früheren Jahren – für Aufrüstung, für
Weltmachtpolitik und für die Eroberung von Kolonien eintreten.
|
|
|
|
|
1914
|
wollen die Strausberger Arbeiter gegen den Kriegsausbruch protestieren,
die Versammlung wird jedoch verboten.
|
|
|
|
|
1918
|
entsteht in der Stadt ein Arbeiter- und Soldatenrat, der für Ruhe und
Ordnung und für den Schutz des Eigentums eintritt. Er entwickelt sich zu
einem Hilfsorgan für die Stadtverwaltung.
|
|
|
|
|
1919
|
bei den Wahlen zur Nationalversammlung entfallen in Strausberg 52% der
gültigen Stimmen auf die Arbeiterparteien.
|
|
|
|
|
1920
|
schließen sich alle Strausberger Arbeiter dem landesweiten Generalstreik
gegen den Putsch monarchistischer und militaristischer Kreise unter Kapp
und Lüttwitz an. In 20 Betrieben ruht die Arbeit.
|
|
|
|
|
1921 |
ist die Umstellung der „Strausberger Eisenbahn“ auf elektrischen
Straßenbahnbetrieb bis Lustgarten abgeschlossen (1926 bis zum
„Landesjugendheim“ in der Wriezener Straße verlängert).
|
|
|
|
|
1928-1931
|
Konkurs aller Strausberger Schuhfabriken.
|
|
|
|
|
1932
|
gehen in mehreren Wahlen die meisten Wähler der bürgerlichen Parteien
zur NSDAP über; die Arbeiterparteien wahren ihr Stimmenübergewicht in
der Stadt.
|
|
|
|
|
1933
|
am 4. Februar demonstrieren etwa 1000 Strausberger gegen die
faschistische Regierung Hitler – Papen – Hugenberg. Seit. dem 3.2. gibt
es wiederholt Hausdurchsuchungen bei den Arbeiterfunktionären.
|
|
|
|
|
1935
|
wird in der Hegermühlenstraße eine Munitionsfabrik unter der
Tarnbezeichnung „Märkisches Walzwerk GmbH“ errichtet.
|
|
|
|
|
1936
|
beginnt der Bau des Militärflugplatzes und der dazugehörigen Kaserne am
Nordostrand der städtischen Gemarkung. Die Stadt muss das Gelände
kostenlos bereitstellen; 1994 darf sie es vom Staat zurückkaufen.
|
|
|
|
|
1938 |
werden der jüdische Friedhof am Straussee und die kleine Synagoge in der
Jungfernstraße verwüstet; jüdischen Geschäften werden die Schaufenster
eingeschlagen.
|
|
|
|
|
1944
|
arbeiten in der Munitionsfabrik etwa 1500 ausländische Zwangsarbeiter
und Kriegsgefangene; ein Teilbereich ist Außenkommando des KZ
Sachsenhauen, mit Frauen aus dem KZ Ravensbrück.
|
|
|
|
|
1945
|
am 19. und 20. April fliehen die meisten Bewohner aus der Stadt;
Bombenangriffe und Artilleriebeschuss richten Zerstörung an; um den
Flugplatz wird am 20.4. heftig gekämpft. Am Morgen des 21.4. rückt die
Rote Armee kampflos in die Stadt ein. Georg Kurtze hatte auf dem Rathaus
eine weiße Fahne gehisst. Wenige Tage später bilden Antifaschisten einen
neuen Magistrat, und der sowjetische Kommandant setzt den Kommunisten
Otto Langenbach als Bürgermeister ein. Bis Juli kehren die meisten der
geflohenen Bürger zurück.
|
|
|
|
|
1946 |
kann zu Ostern der durchgängige Straßenbahnverkehr vom Lustgarten nach
Stausberg-Vorstadt wieder aufgenommen werden. Bei der Gemeindewahl im
September entfallen 53% der Stimmen auf die SED, 32% auf die LDPD und
14% auf die CDU.
|
|
|
|
|
1948
|
wird der Bahnhof Strausberg (Vorstadt) an den Berliner S-Bahn-Verkehr
angeschlossen. Am 31.10. fährt der erste Zug nach Potsdam.
|
|
|
|
|
1952
|
wird Strausberg Kreisstadt und damit zum politischen, wirtschaftlichen
und kulturellen Zentrum eines neu gebildeten Kreises.
|
|
|
|
|
1954
|
verlegt das Innenministerium den Hauptstab der Kasernierten Volkspolizei
in die Gebäude am Flugplatz. Nordöstlich der Altstadt entstehen in den
folgenden Jahren die ersten neuen Wohngebiete.
|
|
|
|
|
1955
|
wird der S-Bahn-Verkehr zwischen Strausberg (Vorstadt) und
Strausberg-Nord eröffnet (seit 1956 elektrisch betrieben).
|
|
|
|
|
1956
|
geht aus dem Hauptstab der KVP das Ministerium für Nationale
Verteidigung der DDR hervor.
|
|
|
|
|
1960 |
beginnt erneut ein verstärkter Wohnungsbau; östlich und südlich der
Altstadt sowie in der Vorstadt entstehen neue Wohngebiete; bis 1990
werden etwa 8000 Wohnungen neu gebaut.
|
|
|
|
|
1963 |
nimmt eine neue Molkerei die Produktion auf; seit 1990 liegt sie still.
|
|
|
|
|
1967
|
eröffnet das Kultur- und Sportzentrum der NVA den „Klub am See“.
|
|
|
|
|
1985 |
feiert die Bevölkerung das 750-jährige Bestehen der Stadt, allerdings
ohne exakte urkundliche Begründung.
|
|
|
|
|
1989
|
demonstrieren am 12. November etwa 15 000 Strausberger gegen die
Erstarrung und Entartung der gesellschaftlichen Verhältnisse in der DDR,
für eine lebendige Demokratie.
|
|
|
|
|
1990
|
Das Verteidigungsministerium der DDR, zuletzt
Ministerium für Abrüstung und Verteidigung, sowie die in der Stadt
dislozierten Dienststellen der NVA werden aufgelöst. Ein Teil der
Mitarbeiter wird von der Außenstelle des Bundesministeriums der
Verteidigung, der Wehrbereichsverwaltung VII und von den anderen
nachgeordneten Einheiten der Bundeswehr übernommen. Strausberg wird
Garnisonsstadt der Bundeswehr und hat zu dem Zeitpunkt ca. 28.500
Einwohner. Die Stadtwerke Strausberg GmbH und die Strausberger
Wohnungsbau Gesellschaft mbH werden gebildet. |
|
|
|
|
1991
|
endet die militärische Nutzung des Flugplatzes. Er
wird als ziviler Verkehrslandeplatz der Klasse I, mit
überregionaler Bedeutung, eingestuft. Es folgt die Gründung der
Strausberger Eisenbahn GmbH. |
|
|
|
|
1993
|
verliert Strausberg den Sitz der Kreisverwaltung und wird
kreisangehörige Stadt im neuen Landkreis Märkisch Oderland. Es soll sich
zu einem Mittelzentrum im Umland Berlin entwickeln.
|
|
|
|
|
1994
|
verlegt die Bundeswehr ihre Akademie für Information und Kommunikation
nach Strausberg, später folgt noch das Sozialwissenschaftliche Institut
der Bundeswehr. Die Garnison der russischen Streitkräfte verabschiedet
sich nach 49-jähriger Stationierung auf dem Gelände der ehemaligen
Munitionsfabrik und des Flugzeug-Reparaturwerkes Alfred Friedrich in der
Hegermühlenstraße von den Bürgern der Stadt.
Die Bundeswehr verlegt ihre Akademie für Information und Kommunikation (AIK)
von Waldbröl (NRW) nach Strausberg in die Liegenschaften des ehemaligen
Tagungszentrums der NVA. Es folgt der Bereich 5 des Zentrums für Innere
Führung und 1995 das Sozialwissenschaftliche Institut der Bundeswehr.
Das Krankenhaus Strausberg verlegt seine Kliniken aus Altlandsberg und
Neuenhagen in das neu errichtete Gebäude in der Prötzeler Chaussee.
Im gleichen Jahr werden Hohenstein, Ruhlsdorf und Gladowshöhe Ortsteile
von Strausberg. Im neuen Gewerbegebiet Nord siedeln sich die ersten
Unternehmen an. |
|
|
|
|
1996 |
bezieht die Stadtverwaltung ihren Sitz in das von der
EWE errichtete Verwaltungsgebäude in der Hegermühlenstraße. Die
Sparkasse Märkisch-Oderland weiht ihren neuen Hauptsitz am Straussee
ein. |
|
|
|
|
1998 |
wird der Komplex der AIK um das Gebäude für die
Militärbibliothek erweitert. |
|
|
|
|
1999 |
erfolgt nach dreijähriger Bauzeit der Abschluss der
grundlegenden Sanierung der historischen Großen Straße in der Altstadt.
Das 1908 gegründete Heimatmuseum eröffnet nach umfassendem Umbau wieder
seine Pforten.
Durch mehrere Investorengruppen werden vier neue Wohnstandorte
erschlossen und mit dem Bau der ersten Häuser begonnen. Nach Sanierung
und Erweiterung erfolgt die Wiedereröffnung der Schwimmhalle. |
|
|
|
|
2000 |
Der Strausberger Fanfarenzug wird im kanadischen Calgary Weltmeister im
Marschwettbewerb und verteidigt den Titel zwei Jahre später in Monza
(Italien). |
|
|
|
|
2001 |
wird das historische Stadthaus aus dem Jahr 1820 nach
gründlicher Sanierung wieder der Nutzung übergeben. Seitdem finden hier
wieder Trauungen statt. Die Bundeswehr und die Stadt Strausberg
schließen einen Patenschaftsvertrag. Die Freiwillige Feuerwehr kann
endlich ihr neues Gerätehaus beziehen und die St. Elisabeth-Stiftung
eröffnet ihr evangelisches Seniorenzentrum "Dietrich Bonhoeffer". |
|
|
|
|
2002 |
wird im ehemaligen Seepark am Fichteplatz ein
Abenteuerspielplatz übergeben. Gleichzeitig beginnen die Abrissarbeiten
am alten Schützenhaus (Volkshaus). Auf dem Verkehrslandeplatz wird das
neue Abfertigungsgebäude mit Tower fertig gestellt. |
|
|
|
|
2003 |
Am historischen Fischerkietz eröffnet die EWE ein
neues Konferenz- und Schulungszentrum. An der Marienkirche wird mit der
Dachsanierung begonnen. |
|
|
|
|
2004 |
Die Heinrich-Mann-Bibliothek verlegt ihren Hauptsitz
in das Stadthaus. An Stelle des ehemaligen Volkshauses wird das neue
Wohn- und Geschäftshaus als "Haus am Straussee" seiner Bestimmung
übergeben. Der Strausseelauf kann in diesem Jahr auf eine achtzigjährige
Tradition zurückblicken. Mit 565 Teilnehmern erlebt der Jubiläumslauf
eine Rekordbeteiligung. |
|
|
|
|
2005 |
Auf dem historischen Platz in der Schulstraße
beginnen Abrissarbeiten für Neubau Seniorenwohnanlage. Die
Predigerstraße wird nach umfangreichen Bauarbeiten wieder freigegeben.
Das Straßenbahndepot wird saniert. Der 14jährige Gymnasiast Robert
Maaser wird Weltmeister im Geradeturnen mit dem Rhönrad. |
|
|
|
|
2006 |
Die Seniorenwohnanlage in der Schulstraße wird fertig gestellt. |
|
|
|
|
|
Quelle: Dr. Rolf Barthel und Dr. Rolf Apel |
|
|