Geschichte

   
1000 v.u.Z.

Bronzezeitliche Siedlung in der Nähe des Straussees.

   
Um 600

siedelten Wenden von Osten kommend, in der Umgebung (Burgwall bei Spitzmühle, eine leicht befestigte Siedlung vermutlich aus dem 7. Jahrhundert). Gegen die seit dem 10. Jahrhundert von sächsischen Feudalherrn betriebene Christianisierung und Unterwerfung setzten sich die Slawen zur Wehr.

   
983

Es kommt zur Zerstörung des 948 durch Otto I. gegründeten Bistums Brandenburg. Der Askanier Albrecht I., der Bär, seit 1150 Markgraf von Brandenburg, wurde

   
1134

mit der Nordmark belehnt und begann Brandenburg erneut zu erobern. Neben einer starken Kolonisationstätigkeit werden eine Reihe Klöster gegründet (1171 Zinna, 1180 Lehnin, um 1200 Chorin).

   
Um 1220

Gründung einer "Curia" auf der höchsten Erhebung am Straussee in der Nähe des heutigen Rathauses (Stadthaus) durch askanische Kriegsleute - ein mit Palisaden und Graben umgebenes Gehöft, um einen Einfall des Markgrafen von Meißen abwehren zu können. Ein Lokator, ein vom Markgrafen eingesetzter Landverteiler, siedelte im Schutze der Curia in einer Dienstleutesiedlung (Kietz) u.a. Anhaltiner und Flandern an. In diese Zeit fällt auch der Baubeginn der einschiffigen Marienkirche.

   
um 1225

wird eine Burganlage auf der höchsten Erhebung am Ostufer des Straussees errichtet, unterhalb davon der Kietz als Dienstleutesiedlung, etwas abseits (am heutigen Lindenplatz) entsteht nur wenig später ein Marktort mit Nikolaikirche.

   
1239-1245

Krieg zwischen dem Markgrafen von Meißen und den Markgrafen von Brandenburg um die Burg Köpenick und die anschließenden Gebiete im östlichen Teltow und im südöstlichen Barnim. Die Brandenburger bleiben Sieger.

   
1240

unternimmt der Meißner Markgraf einen Kriegszug in den Barnim und verwüstet das Land bis nach „Struzbergh“. So berichtet es eine nur wenige Jahrzehnte später niedergeschriebene Chronik.

   
um 1240

oder nur wenig später erweitern die brandenburgischen Markgrafen Johann I. und Otto III. den Marktort Strausberg zur Stadt, verleihen ihr eine größere Feldmark und das Recht der Altstadt Brandenburg. Eine Urkunde ist darüber aber nicht erhalten.

   
1247

wird „Struceberch“ in einer Urkunde genannt, mit der dem Kloster Zinna (bei Jüterbog) Besitzungen bestätigt werden, die es seit etwa 1230 am Südostrand des Barnim zu eigen hatte.

   
um 1250

Bau der Marienkirche, einer frühgotischen Feldstein-Basilika mit sehr lang gestrecktem Chor und einem im Westen breit vorgelagerten Querturm. Sie hat große Ähnlichkeit mit dem ersten Bau der Berliner Nikolaikirche.

   
1252 / 54

Die Dominikaner errichten an der Nordwestecke der Stadt ein Kloster, wozu ihnen Markgraf Otto III. ein Teil des Burggeländes überlassen hatte. Den Wirtschaftshof (curia) behielt er.

   
1254

beginnt der Bau der Stadtmauer, wobei der Buchhorst in die Stadt einbezogen wird. Die weniger gefährdeten Abschnitte entstehen wohl zunächst in Holzbauweise.

   
1259

wird die Klosterkirche geweiht, in der Markgraf Otto III. nach seinem Tode 1267 beigesetzt wird.

   
1268 / 73

werden der Stadt (civitas) und ihren Bürgern in 2 Urkunden die anliegenden Gewässer, namentlich der Straussee (Struz), mit den Fischereirechten übereignet.

   
1299

übergibt Markgraf Albrecht III. den Dominikanermönchen seine „curia“, die südlich an das Kloster angrenzt.

   
1309

ist die älteste erhaltene Urkunde des Rates datiert: 8 Ratmannen und der Schultheiß erlassen Bestimmungen für die Fleischer.

   
1321

vereinigt sich Strausberg mit 22 weiteren Städten zum märkischen Städtebund, der gegen die Willkür des höheren und niederen Adels gerichtet ist.

   
1339

Bau des Rathauses, das bis 1805 auf dem heute freien Teil des Marktes steht.

   
1348-1353

in den Machtkämpfen um die Mark Brandenburg wird die Stadt mehrfach belagert und eingenommen, zuletzt verliert sie sämtliche älteren Urkunden, ist damit faktisch rechtlos.

   
1354

stellt Markgraf Ludwig der Römer eine neue Stadtrechtsurkunde aus und bestätigt darin alle früheren Rechte.

   
1359

pfänden die Frankfurter wegen Zahlungsverzugs einen großen Teil des Strausberger Viehs und treiben es fort.

   
1367

kauft die Stadt den Bötz- und den Fängersee; die Zünfte (die Viergewerke) gewinnen ein Mitspracherecht im Rat.

   
1393

schließt sich die Stadt dem Bund märkischer Städte („Landwehr“) an, der gegen Landfriedensbruch und Straßenräuberei vorgeht.

   
1402

Gerobert Dietrich von Quitzow im Bündnis mit Pommern und Mecklenburgern die Stadt, die von den Truppen des Städtebundes zunächst nicht zurück gewonnen werden kann.

   
1404

lässt Dietrich von Quitzow die Stadt erneut stürmen, diesmal als Hauptmann des städtischen Aufgebots.

   
1408-1420

wird Strausberg viermal an Adlige verpfändet und droht zur adelsabhängigen Stadt zu werden.

   
1418

erwirbt die Stadt das Obergericht und hat von da an einen selbst gewählten Bürgermeister an der Spitze des Rates (anstelle des markgräflichen Schultheißen).

   
1432

kommen die Hussiten auf ihrem Vergeltungsfeldzug durch die Mark Brandenburg auch vor Strausberg, erobern die Stadt und richten beträchtlichen Schaden an.

   
um 1448

erhält die Marienkirche anstelle der hölzernen Flachdecke steinerne Wölbungen, die im Chor mit Malereien verziert werden; der Turm wird beträchtlich erhöht.

   
1515

Aufruhr der Bürger, für den 100 Taler Strafe an den Landesherrn zu zahlen sind.

   
1521

vernichtet der letzte größere Brand am Lindenplatz 29 Häuser.

   
1540

kommt als Folge der Reformation der erste lutherische Prediger in die Stadt. Das Kloster wird aufgehoben, seine Kostbarkeiten vermehren die Einnahmen des Landesherrn, der die Grundstücke und Gebäude einem kurfürstlichen Rat übereignet.

   
1566

rebellieren die Bürger gegen die immens gestiegenen Steuerforderungen des Landesherrn. Es nützt ihnen aber nichts, sie müssen trotzdem zahlen.

   
1588

wird die Schützengilde mit einem kurfürstlichen Privileg bedacht.

   
1598

wütet die Pest. Wie schon 1549, 1550 und 1575 sterben Hunderte Bürger der Stadt, darunter auch der Pfarrer und märkische Chronist Andreas Engel.

   
1616

ist die Stadt hoch verschuldet und muss einen Teil der Gemarkung verpfänden.

   
1626

erfassen die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges (1618-48) auch Strausberg: Die Bürger müssen hohe Kontributionen an den „protestantischen“ Söldnerführer Ernst von Mansfeld zahlen. Danach wechseln sich jahrelang die endlosen Forderungen der verschiedenen „Kriegsvölker“ ab.

   
1626 u.1627

hält sich der kaiserliche Feldherr Wallenstein jeweils mit einem großen Gefolge kurzfristig in der Stadt auf.

   
1633

dringen kaiserliche Truppen gewaltsam in die Stadt ein und plündern sie zwei Tage lang gründlich aus.

   
1638

leben nur noch 32 Bürgerfamilien in der Stadt.

   
1641

sind nach einem Häuserverzeichnis nur 30 Häuser bewohnt, 188 liegen „wüst und öde“.

   
1670

inspiziert der kurfürstliche Kammergerichtsadvokat Trüstedt die Stadt und findet 98 Häuser bewohnt, aber 68 davon baufällig, 138 Stellen sind leer. Handwerk, Ackerbau und Braugewerbe liegen darnieder, die Steuerlast ist unerträglich, der Ort droht gänzlich zu verfallen.

   
1700 arbeiten 54 Tuchmachermeister und 16 Schuhmacher in der Stadt.
   
1709

wird eine Poststation mit einem königlichen Postmeister eingerichtet. Zweimal in der Woche fährt die Postkutsche von Berlin über Altlandsberg, Strausberg und Wriezen nach Freienwalde und zurück.

   
1714

zieht eine Kompanie des Infanterieregiments 23 als Garnison ein. Die Soldaten sind – oft mit Familie – bei den Bürgern einquartiert.

   
1727 hat Strausberg 1173 Einwohner, davon 103 Tuchmachermeister.
   
1747

erhält der Kirchturm einen hölzernen Aufbau, der 1922 wegen Baufälligkeit wieder abgebaut werden muss.

   
1756-1763

im Siebenjährigen Krieg müssen die Bürger wieder Kontributionen an die Franzosen und Russen zahlen, Leistungen für die eigene Armee erbringen und unter der Zerrüttung der Wirtschaft leiden.

   
1765

will König Friedrich II. in Strausberg übernachten, muss das Zimmer aber wegen eines arg qualmenden Herdfeuers wieder verlassen. Er soll es der Stadt nie vergessen haben, dass er „in dem verfluchten Loch ausgeschmaucht“ wurde.

   
1772

werden die noch brauchbaren Gebäude des Klosters für die Stadtschule hergerichtet.

   
1787

wird das Kloster abgebrochen und – z.T. auf alten Fundamenten – eine Landarmen- und Invalidenanstalt errichtet. Dort sind seit 1792 Alte, Kranke, Bettler und Landstreicher, aber auch Militärinvaliden untergebracht. Gleichzeitig werden die Reste der Nikolaikirche am Lindenplatz abgebrochen und dort ein neues Knabenschulhaus gebaut.

   
1805

wird das alte Rathaus (an der Südseite des Marktes) abgebrochen, nur die Fundamente und Keller bleiben im Boden. Ein Neubau verzögert sich wegen der Kriegsereignisse.

   
1809

wählen die Bürger erstmals Stadtverordnete, die ihrerseits den Bürgermeister und die übrigen Magistratsmitglieder wählen.

   
1812

stellt der Magistrat auf königlichen Befehl eine Bürgergarde mit zwei Abteilungen zu je 100 Mann auf. In den folgenden Jahren wird sie mehrfach umbenannt und umstrukturiert.

   
1813

wird am 18. Februar die erste Kosakenabteilung von den Strausbergern mit großem Jubel empfangen.

   
1820

wird das neue „Stadthaus“ an der Westseite des Marktes fertig gestellt.

   
1848

rebellieren die Insassen des Landarmenhauses gegen Verzögerungen bei der Freilassung und gegen einen besonders verhassten Anstaltsbeamten. Mit Hilfe der Strausberger Schützengilde stellt der Landrat die Ruhe wieder her.

   
1854

wird die Chaussee Berlin – Altlandsberg – Strausberg – Prötzel fertig gestellt, an deren Finanzierung die Stadt sich beteiligt.

   
1861

erscheint zweimal wöchentlich die erste örtliche Zeitung, der „Märkische Bote“ des Druckereibesitzers Wilhelm Sternbeck. Sie unterstützt meist die Liberalen, die im gleichen Jahr einen Handwerkerverein, einen Männerturnverein und eine „Liedertafel“ gründen.

   
1863

wird auf Betreiben der liberalen Abgeordnetenmehrheit eine Höhere Bürgerschule für Knaben eröffnet, die sich zu einem Realprogymnasium weiterentwickelt, aber auf Druck der konservativen Fraktion nach 1887 schrittweise wieder aufgelöst wird.

   
1867

eröffnet die Königliche Ostbahn am 1. Oktober den Verkehr zwischen Berlin und Küstrin. Die Verbindung zwischen der Stadt und dem 6 km entfernten Bahnhof besorgen private Fuhrunternehmer und die Königliche Post.

   
1872

beginnt die Städtische Sparkasse ihre Tätigkeit. 1872/73 werden die ersten Gewerkschaftsorganisationen gegründet: ein Ortsverein der Fabrik- und Handarbeiter, ein Verein selbständiger Stuhlarbeiter und ein Ortsverein der Schuhmacher. Die Tuchmacher beteiligen sich im Sommer 1873 erstmals an einem großen Berliner Werbestreik.

   
1878

entsteht ein „Pfeifen-Club“, der möglicherweise die erste getarnte Organisation der Sozialdemokraten ist.

   
1879 / 80

wird der Männerturnverein „Vorwärts“ gegründet, dem zumeist Arbeiter angehören.

   
1883

bildet der MTV „Vorwärts“ eine Freiwillige Feuerwehr mit 40 Mitgliedern. Die Stadt kauft eine neue fahrbare Handdruckspritze.

   
1887

gründet Albert Pökelmann den „Freien Wahlverein“ der Sozialdemokraten.

   
1893

am 17. August eröffnet die „Strausberger Eisenbahn-AG“ den Verkehr zwischen der Altstadt und dem „Ostbahnhof“ an der Küstriner Strecke. In den folgenden Jahren beschleunigt sich der Bau der Villen- und Landhaussiedlung „Vorstadt“.

   
1894

beginnt der regelmäßige Fährbetrieb über den Straussee, seit 1915 elektrisch betrieben; dazu dient eine 360 m lange freihängende Oberleitung, die als einmalig in Europa gilt.

   
1896

liefert das neu errichtete Elektrizitätswerk am Fischerkietz den ersten Strom.

   
1897

wird die Schuhfabrik Tack gegründet, die wenige Jahre später mit etwa 400 Arbeitskräften das größte Unternehmen am Ort ist. Im gleichen Jahr ist auch der Neubau des städtischen Krankenhauses an der Wriezener Straße fertig gestellt.

   
1898

spricht August Bebel in einer großen öffentlichen Volksversammlung für Männer und Frauen gegen die Rüstungslasten und für soziale Reformen. Bei der Reichstagswahl wenige Wochen später erringt der sozialdemokratische Kandidat in Strausberg fast 58 % der gültigen Stimmen.

   
1899

wird die Pferderennbahn an der Landhausstraße mit einem ersten Renntag eröffnet. Das letzte Rennen findet 1942 statt.

   
1900 hat Strausberg 7725 Einwohner.
   
1901 eröffnet die Städtische Volksbibliothek den Leihverkehr.
   
1902

wird der Konsum-Verein für Strausberg und Umgebung gegründet.

   
1904

ist der große Schulneubau in der Hegermühlenstraße fertig gestellt und wird von der Volksschule, der Mittelschule und der Fortbildungsschule bezogen.

   
1908 wird das Strausberger Heimatmuseum gegründet.
   
1910

beginnt der Bau einer zentralen Wasserleitung mit dem Wasserwerk am Igelpfuhl und dem Wasserturm auf dem Marienberg.

   
1911 / 12

finden viele Wahlversammlungen statt, in denen die Sozialdemokraten gegen Rüstung und Kriegsgefahr protestieren, konservative und liberale Redner hingegen – wie schon in früheren Jahren – für Aufrüstung, für Weltmachtpolitik und für die Eroberung von Kolonien eintreten.

   
1914

wollen die Strausberger Arbeiter gegen den Kriegsausbruch protestieren, die Versammlung wird jedoch verboten.

   
1918

entsteht in der Stadt ein Arbeiter- und Soldatenrat, der für Ruhe und Ordnung und für den Schutz des Eigentums eintritt. Er entwickelt sich zu einem Hilfsorgan für die Stadtverwaltung.

   
1919

bei den Wahlen zur Nationalversammlung entfallen in Strausberg 52% der gültigen Stimmen auf die Arbeiterparteien.

   
1920

schließen sich alle Strausberger Arbeiter dem landesweiten Generalstreik gegen den Putsch monarchistischer und militaristischer Kreise unter Kapp und Lüttwitz an. In 20 Betrieben ruht die Arbeit.

   
1921

ist die Umstellung der „Strausberger Eisenbahn“ auf elektrischen Straßenbahnbetrieb bis Lustgarten abgeschlossen (1926 bis zum „Landesjugendheim“ in der Wriezener Straße verlängert).

   
1928-1931 Konkurs aller Strausberger Schuhfabriken.
   
1932

gehen in mehreren Wahlen die meisten Wähler der bürgerlichen Parteien zur NSDAP über; die Arbeiterparteien wahren ihr Stimmenübergewicht in der Stadt.

   
1933

am 4. Februar demonstrieren etwa 1000 Strausberger gegen die faschistische Regierung Hitler – Papen – Hugenberg. Seit. dem 3.2. gibt es wiederholt Hausdurchsuchungen bei den Arbeiterfunktionären.

   
1935

wird in der Hegermühlenstraße eine Munitionsfabrik unter der Tarnbezeichnung „Märkisches Walzwerk GmbH“ errichtet.

   
1936

beginnt der Bau des Militärflugplatzes und der dazugehörigen Kaserne am Nordostrand der städtischen Gemarkung. Die Stadt muss das Gelände kostenlos bereitstellen; 1994 darf sie es vom Staat zurückkaufen.

   
1938

werden der jüdische Friedhof am Straussee und die kleine Synagoge in der Jungfernstraße verwüstet; jüdischen Geschäften werden die Schaufenster eingeschlagen.

   
1944

arbeiten in der Munitionsfabrik etwa 1500 ausländische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene; ein Teilbereich ist Außenkommando des KZ Sachsenhauen, mit Frauen aus dem KZ Ravensbrück.

   
1945

am 19. und 20. April fliehen die meisten Bewohner aus der Stadt; Bombenangriffe und Artilleriebeschuss richten Zerstörung an; um den Flugplatz wird am 20.4. heftig gekämpft. Am Morgen des 21.4. rückt die Rote Armee kampflos in die Stadt ein. Georg Kurtze hatte auf dem Rathaus eine weiße Fahne gehisst. Wenige Tage später bilden Antifaschisten einen neuen Magistrat, und der sowjetische Kommandant setzt den Kommunisten Otto Langenbach als Bürgermeister ein. Bis Juli kehren die meisten der geflohenen Bürger zurück.

   
1946

kann zu Ostern der durchgängige Straßenbahnverkehr vom Lustgarten nach Stausberg-Vorstadt wieder aufgenommen werden. Bei der Gemeindewahl im September entfallen 53% der Stimmen auf die SED, 32% auf die LDPD und 14% auf die CDU.

   
1948

wird der Bahnhof Strausberg (Vorstadt) an den Berliner S-Bahn-Verkehr angeschlossen. Am 31.10. fährt der erste Zug nach Potsdam.

   
1952

wird Strausberg Kreisstadt und damit zum politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum eines neu gebildeten Kreises.

   
1954

verlegt das Innenministerium den Hauptstab der Kasernierten Volkspolizei in die Gebäude am Flugplatz. Nordöstlich der Altstadt entstehen in den folgenden Jahren die ersten neuen Wohngebiete.

   
1955

wird der S-Bahn-Verkehr zwischen Strausberg (Vorstadt) und Strausberg-Nord eröffnet (seit 1956 elektrisch betrieben).

   
1956

geht aus dem Hauptstab der KVP das Ministerium für Nationale Verteidigung der DDR hervor.

   
1960

beginnt erneut ein verstärkter Wohnungsbau; östlich und südlich der Altstadt sowie in der Vorstadt entstehen neue Wohngebiete; bis 1990 werden etwa 8000 Wohnungen neu gebaut.

   
1963

nimmt eine neue Molkerei die Produktion auf; seit 1990 liegt sie still.

   
1967

eröffnet das Kultur- und Sportzentrum der NVA den „Klub am See“.

   
1985

feiert die Bevölkerung das 750-jährige Bestehen der Stadt, allerdings ohne exakte urkundliche Begründung.

   
1989

demonstrieren am 12. November etwa 15 000 Strausberger gegen die Erstarrung und Entartung der gesellschaftlichen Verhältnisse in der DDR, für eine lebendige Demokratie.

   
1990

Das Verteidigungsministerium der DDR, zuletzt Ministerium für Abrüstung und Verteidigung, sowie die in der Stadt dislozierten Dienststellen der NVA werden aufgelöst. Ein Teil der Mitarbeiter wird von der Außenstelle des Bundesministeriums der Verteidigung, der Wehrbereichsverwaltung VII und von den anderen nachgeordneten Einheiten der Bundeswehr übernommen. Strausberg wird Garnisonsstadt der Bundeswehr und hat zu dem Zeitpunkt ca. 28.500 Einwohner. Die Stadtwerke Strausberg GmbH und die Strausberger Wohnungsbau Gesellschaft mbH werden gebildet.

   
1991

endet die militärische Nutzung des Flugplatzes. Er wird als ziviler Verkehrslandeplatz der Klasse I, mit überregionaler Bedeutung, eingestuft. Es folgt die Gründung der Strausberger Eisenbahn GmbH.

   
1993

verliert Strausberg den Sitz der Kreisverwaltung und wird kreisangehörige Stadt im neuen Landkreis Märkisch Oderland. Es soll sich zu einem Mittelzentrum im Umland Berlin entwickeln.

   
1994

verlegt die Bundeswehr ihre Akademie für Information und Kommunikation nach Strausberg, später folgt noch das Sozialwissenschaftliche Institut der Bundeswehr. Die Garnison der russischen Streitkräfte verabschiedet sich nach 49-jähriger Stationierung auf dem Gelände der ehemaligen Munitionsfabrik und des Flugzeug-Reparaturwerkes Alfred Friedrich in der Hegermühlenstraße von den Bürgern der Stadt.
Die Bundeswehr verlegt ihre Akademie für Information und Kommunikation (AIK) von Waldbröl (NRW) nach Strausberg in die Liegenschaften des ehemaligen Tagungszentrums der NVA. Es folgt der Bereich 5 des Zentrums für Innere Führung und 1995 das Sozialwissenschaftliche Institut der Bundeswehr.
Das Krankenhaus Strausberg verlegt seine Kliniken aus Altlandsberg und Neuenhagen in das neu errichtete Gebäude in der Prötzeler Chaussee.
Im gleichen Jahr werden Hohenstein, Ruhlsdorf und Gladowshöhe Ortsteile von Strausberg. Im neuen Gewerbegebiet Nord siedeln sich die ersten Unternehmen an.

   
1996

bezieht die Stadtverwaltung ihren Sitz in das von der EWE errichtete Verwaltungsgebäude in der Hegermühlenstraße. Die Sparkasse Märkisch-Oderland weiht ihren neuen Hauptsitz am Straussee ein.

   
1998

wird der Komplex der AIK um das Gebäude für die Militärbibliothek erweitert.

   
1999

erfolgt nach dreijähriger Bauzeit der Abschluss der grundlegenden Sanierung der historischen Großen Straße in der Altstadt. Das 1908 gegründete Heimatmuseum eröffnet nach umfassendem Umbau wieder seine Pforten.
Durch mehrere Investorengruppen werden vier neue Wohnstandorte erschlossen und mit dem Bau der ersten Häuser begonnen. Nach Sanierung und Erweiterung erfolgt die Wiedereröffnung der Schwimmhalle.

   
2000 Der Strausberger Fanfarenzug wird im kanadischen Calgary Weltmeister im Marschwettbewerb und verteidigt den Titel zwei Jahre später in Monza (Italien).
   
2001

wird das historische Stadthaus aus dem Jahr 1820 nach gründlicher Sanierung wieder der Nutzung übergeben. Seitdem finden hier wieder Trauungen statt. Die Bundeswehr und die Stadt Strausberg schließen einen Patenschaftsvertrag. Die Freiwillige Feuerwehr kann endlich ihr neues Gerätehaus beziehen und die St. Elisabeth-Stiftung eröffnet ihr evangelisches Seniorenzentrum "Dietrich Bonhoeffer".

   
2002

wird im ehemaligen Seepark am Fichteplatz ein Abenteuerspielplatz übergeben. Gleichzeitig beginnen die Abrissarbeiten am alten Schützenhaus (Volkshaus). Auf dem Verkehrslandeplatz wird das neue Abfertigungsgebäude mit Tower fertig gestellt.

   
2003

Am historischen Fischerkietz eröffnet die EWE ein neues Konferenz- und Schulungszentrum. An der Marienkirche wird mit der Dachsanierung begonnen.

   
2004

Die Heinrich-Mann-Bibliothek verlegt ihren Hauptsitz in das Stadthaus. An Stelle des ehemaligen Volkshauses wird das neue Wohn- und Geschäftshaus als "Haus am Straussee" seiner Bestimmung übergeben. Der Strausseelauf kann in diesem Jahr auf eine achtzigjährige Tradition zurückblicken. Mit 565 Teilnehmern erlebt der Jubiläumslauf eine Rekordbeteiligung.

   
2005

Auf dem historischen Platz in der Schulstraße beginnen Abrissarbeiten für Neubau Seniorenwohnanlage. Die Predigerstraße wird nach umfangreichen Bauarbeiten wieder freigegeben. Das Straßenbahndepot wird saniert. Der 14jährige Gymnasiast Robert Maaser wird Weltmeister im Geradeturnen mit dem Rhönrad.

   
2006 Die Seniorenwohnanlage in der Schulstraße wird fertig gestellt.
   
 

Quelle: Dr. Rolf Barthel und Dr. Rolf Apel