Autobahn-Grünbrücken in Brandenburg - 09.10.2017
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Autobahn-Grünbrücken in Brandenburg
Ergebnisse des Monitorings


Eberswalde – Im Rahmen des im Januar 2009 von der Bundesregierung beschlossenen Konjunkturpakets zur Stärkung der Wirtschaft konnte die Straßenbauverwaltung Brandenburg drei Grünbrücken über Autobahnen fertigstellen, die wesentlich das Projekt „Ökologischer Korridor Südbrandenburg“ unterstützen Seitdem ist das Land auch für zehn Jahre verpflichtet, über ein Monitoringprogramm zu überprüfen, ob und wie die Bauwerke für die Wildtiere Wirkungen entfalten. Aktuell hat das Landekompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE) wieder einen Bericht zur „Erfolgskontrolle an den Grünbrücken über die BAB 9, 13, und 12 zum Nachweis der Funktionalität als Wildtierpassage (Monitoring größerer Säugetiere“ vorgelegt, der über die Internetseite das Brandenburger Forstministeriums abrufbar ist.

Die Ergebnisse sind auch über das Monitoringprogramm hinaus aufschlussreich. Die Vorfeld gestalteten, bepflanzten Grünbrücken werden durchweg gut von Wildtieren angenommen. Sie sichern den biologischen Austausch der Wildtiere, sollen aber auch dazu beitragen, die Zahl der Wildunfälle zu verringern. Wie das gelingt, sollen auch die Ergebnisse des Monitorings belegen. Trotz vorhandener Wildschutzzäune ereignen sich im Grünbrückenbereich aller drei Autobahnen weiterhin Wildunfälle. Im Jahr 2016 waren es an der A 9-Grünbrücke 7, an der A 13-Grünbrücke 1 und an der A 12-Grünbrücke 4 Unfälle mit Beteiligung von Wildtieren. Allerdings zählt das wildreiche Brandenburg seit Jahren auch zur Spitze bei Wildunfällen unter den deutschen Bundesländern.

Immerhin wählten seit der Übergabe der Grünbrücke an der A 9 am 20. September 2012 13.093 Tiere von 13 Arten den sicheren Weg über der Fahrbahn. Da sind immerhin durchschnittlich 298 Querungen pro Monat oder 10 Querungen pro Tag.

An der A 13 registrierten die Kameras seit dem 2. Oktober 2012 auf der Grünbrücke 3.159 Tierquerungen durch 14 Arten. Dies wiederum wären im Schnitt 72 Querungen pro Monat beziehungsweise 2 pro Tag.

Seit dem 8. August 2013 ist auch die Grünbrücke über der A 12 im Programm: Hier zeigt die Statistik 4.299 Tiere durch 10 Arten, also 148 Querungen im Monat oder 5 Querungen am Tag.

Die Überquerung der Autobahnen erfolgt weiterhin ganz überwiegend nachts, die meisten Wildtiere ziehen ruhig oder sogar äsend über die Grünbrücken.

Während die Zahl jährlicher Wildtierpassagen auf der A 9 und der A 12 im Verlauf des Monitorings stetig wächst, läuft auf der Grünbrücke über die A 13 der gegensätzliche Prozess ab. Es ist zu berücksichtigen, dass die Hauptnutzer an der A 9 und der A 12 rudelbildende Schalenwildarten wie Dam- oder Rotwild sind, während an der A 13 hauptsächlich Einzelgänger wie Feldhase und Reh die Grünbrücke nutzen.



Tierische Nutzer

Als tierische Nutzer konnten auf allen drei Grünbrücken insgesamt bislang Elch-, Rot-, Dam-, Schwarz- und Rehwild sowie Feldhase, Rotfuchs, Dachs, Waschbär, Marder, Marderhund, Wolf, Hauskatze und Nutria ermittelt werden. Darüber hinaus nutzten Kranich, Krähe, Storch, Bussard sowie verschiedene Singvögel die Bauwerke als Nahrungshabitat. 2016 ist keine weitere Art hinzugekommen.

Mit großem Vorsprung ist weiterhin das Damwild am häufigsten dabei. Zwischen September 2012 und Dezember 2016 konnten insgesamt 8.904 Querungen durch Damwild registriert werden, das sind zirka 7 Querungen pro Tag. Der Anteil des Damwilds geht allerdings zurück. Betrug er im Dezember 2014 noch 80 Prozent, war er im Jahr darauf auf 76 Prozent gesunken und beträgt gegenwärtig nur noch 68 Prozent. Weiterhin auffällig ist die enorme Nutzung der Grünbrücke durch Schwarzwild.

Die wechselnden Anteile der hauptsächlichen Nutzer (Dam-, Schwarz- und Rehwild) lassen sich mit der Dynamik der Wildbestandshöhen in unmittelbarer Nähe der Grünbrücke, dem sich ändernden Äsungsangebot sowie der Anwesenheit des Wolfes im Gebiet begründen. Seit Beginn des Monitorings sind 13.093 Querungen durch Wildtiere dokumentiert worden. Das sind durchschnittlich 298 Tierquerungen pro Beobachtungsmonat (pro Monat 67 Querungen mehr als vor einem Jahr) und etwa 10 pro Tag.



Störende Einflüsse durch Menschen

Grünbrücken sollten für Menschen eigentlich tabu sen. Dennoch kommen Störungen auf allen drei Grünbrücken vor. Durchschnittlich wurden zwischen 17 (A 12) und 26 (A 9) von Menschen verursachte Störungen pro Untersuchungsmonat registriert. Damit setzt sich der Trend sinkender Störungshäufigkeiten im Vergleich zum Vorjahr fort. Doch während an den A 9 und 12 die Besucherzahlen seit 2014 sinken, stiegen sie an der A 13 im letzten Jahr wieder deutlich an. Hier nutzte sogar ein Schäfer die Grünbrücke, um die Autobahn zu überqueren.

In seinem „Maßnahmenprogramm Biologische Vielfalt“ hat sich das Land 2014 als Pendant zum 2012 beschlossenen „Bundesprogramm Wiedervernetzung“ auch zum Bau von Grünbrücken, die zerschnittene Wildtier-Lebensräume wieder verbinden, bekannt. Angesichts der hohen Kosten kann dies aber nur längerfristig realisiert werden. Zentraler Inhalt ist ein Investitionsprogramm für den Bau von insgesamt 93 Querungshilfen an prioritären Wiedervernetzungsabschnitten im Bestand des Bundesfernstraßennetzes. Die Finanzierung erfolgt aus dem Straßenbauetat des Bundes. Für Brandenburg sind neun dieser Maßnahmen vorgesehen. Im Vorgriff auf das Bundesprogramm wurden in Brandenburg bereits die drei im Monitoring erfassten Autobahnbrücken sowie eine vierte Grünbücke über der B 101 bei Wiesenhagen mit einer Breite von grundsätzlich 50 Metern realisiert. Eine fünfte Grünbrücke gibt es schon seit 2005 über der A 11 bei Joachimsthal. Brandenburgs erste Grünbrücke wurde gebaut, um im Kernbereich der Schorfheide, dem größten Waldgebiet Norddeutschlands, fast 70 Jahre lang getrennten Habitate wieder miteinander verknüpfen.

Quelle: Land Brandenburg


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09.10.2017, Land Brandenburg
Heinrich-Mann-Allee 107
14473 Potsdam
Tel.: 0331/866-1208

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