Erfolge im Kampf gegen Risiko-Keim - 10.09.2018

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Erfolge im Kampf gegen Risiko-Keim
Krankenhaus Märkisch-Oderland setzt konsequent Maßnahmepaket um


Mit großem Erfolg setzt das Krankenhaus Märkisch-Oderland an seinen beiden Standorten sein Konzept gegen multiresistente Keime um. Wir liegen mit unseren Ergebnissen hinsichtlich der bereits bei der Aufnahme mit dem Risiko-Keim MRSA belasteten Patienten im Vergleich deutlich unter den Fallzahlen anderer Krankenhäuser. freut sich Hygienefachkraft Tilo Dewitz. Das zeigen erneut die jetzt veröffentlichten aktuellen Zahlen des Nationalen Referenzzentrums (NRZ)“ Das NRZ nimmt die gemeldeten Zahlen der beteiligten Kliniken auf und ermittelt daraus einen Durchschnittswert, der einmal jährlich veröffentlicht wird.

Bakterien, die eine Unempfindlichkeit gegenüber gängigen Antibiotika entwickelt haben, stellen ein zunehmendes Problem dar. Sie können im schwerwiegendsten Fall dazu führen, dass die Behandlung von Infektionen erfolglos bleibt. Diese oft vereinfachend „Krankenhauskeime“ genannten Bakterien entstehen nicht in erster Linie im Krankenhaus, sondern durch oftmals unkritischen Einsatz von Antibiotika in der Landwirtschaft, aber auch in der ambulanten Medizin, wobei hier inzwischen ein Umdenken erfolgt. Ein Hauptvertreter dieser Bakterien ist der MRSA (Methicillin resistenter Staphylococcus aureus). Viele gesunde Menschen tragen den Keim auf ihren Schleimhäuten, beispielsweise im Nasen- Rachenraum. Im Regelfall bleibt dies völlig unbemerkt vom Träger, da der Keim für einen gesunden Menschen mit intakter Abwehr keine Gefahr darstellt. Im Krankenhaus, in Situationen mit geschwächter Immunabwehr beispielsweise nach Operationen oder bei schweren Erkrankungen, wird der MRSA dann aber zu einer Gefahr für den Träger, potenziell aber auch für Mitpatienten.
Daher wird im Krankenhaus Märkisch-Oderland auf der Grundlage von Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts seit mehreren Jahren sehr konsequent ein ganzes Paket an Maßnahmen durchgeführt, um das Risiko einer MRSA-Weiterverbreitung zu vermindern.
Da MRSA und andere gefährliche Erreger vor allem über die Hände der Mitarbeiter übertragen werden können – laut Robert-Koch-Institut sind bis zu 90 Prozent der Übertragungen auf Handkontakte zurückzuführen – hat die Händedesinfektion oberste Priorität. Sind wir sonst sehr sparsam mit unseren Ressourcen, streben wir in allen Arbeitsbereichen einen hohen Verbrauch von Händedesinfektionsmittel an und werten die Anzahl durch Händedesinfektion „geschützter Hände“ regelmäßig aus.

Zu den speziell gegen den MRSA gerichteten Maßnahmen gehört unter anderem, dass Risikopersonen bereits in den Aufnahmesprechstunden oder in der Rettungsstelle u.a. durch Fragebögen und gezielte Befragung erfasst und einem Screening (insbesondere Abstriche aus dem Nasen-Rachenraum oder von Wunden) unterzogen werden. Als mögliche MRSA-Träger gelten beispielsweise Patienten, die in den letzten 12 Monaten in einer Klinik stationär behandelt wurden oder auch Personen, die in Gesundheitsberufen oder in der landwirtschaftlichen Tierproduktion tätig sind.

Plakate und Kitteltaschenkarten informieren ärztliche und pflegerische Mitarbeiter über Risikopatienten und die zu erbringende Abstrich-Serie. Die Mitarbeiter des Hauses werden regelmäßig durch die zwei fachlich weitergebildeten Gesundheits- und Krankenpfleger für Hygiene geschult. In den vergangenen vier Jahren ist das MRSA-Aufnahmescreening zu einer Selbstverständlichkeit geworden.
Findet sich im Screening ein positiver Befund, ist ein Patient also Träger des Keims, läuft automatisch eine ganze Palette von Maßnahmen ab, um eine Übertragung im Krankenhaus zu verhindern. Die Betroffenen werden gegebenenfalls räumlich isoliert, Pfleger, Ärzte und Therapeuten müssen je nach dem Befundort Schutzausrüstungen tragen, um eine Weiterverbreitung über ihre Berufskleidung auszuschließen. Nach Möglichkeit wird vor einer geplanten Aufnahme bereits eine Behandlung zur Vernichtung des MRSA auf den Schleimhäuten eingeleitet. Die Patienten erhalten ein Merkblatt mit wichtigen Hinweisen zum Verhalten während des stationären Aufenthalts und für die Zeit danach.


Durch alle diese Maßnahmen - Screening, Mitarbeiterschulung und Patientenberatung werden MRSA-Träger früh erkannt und die Übertragungswege unterbrochen - im vergangenen Jahr betraf das einen von rund 200 stationär aufgenommen Patienten, bei dem ein MRSA-Befall nachweisbar war. Der Anteil des Problemkeims MRSA an der Gesamtzahl aller im Krankenhaus MOL nachgewiesenen Staphylokokken-Keime ist erfreulicherweise in den letzten 10 Jahren von 23% auf 7% deutlich gefallen. Und noch wichtiger: durch konsequente Umsetzung unseres Vorbeugeplans konnten wir die Übertragungsrate des gefährlichen MRSA von Patient zu Patient im Krankenhaus MOL seit Jahren deutlich unter den Vergleichszahlen des nationalen Referenzzentrums für Hygiene (NRZ) halten, die auf den anonymisierten Daten von 520 deutschen Krankenhäusern beruhen.

Hintergrund
Das Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System (KISS) beinhaltet eine fortlaufende systematische Erfassung, Analyse und Interpretation wichtiger Daten zu nosokomialen Infektionen sowie deren Feedback an Ärzte und Pflegende. Sie erhalten damit eine Vergleichsmöglichkeit und können so das Niveau der Infektionshäufigkeit des eigenen Krankenhauses beurteilen. Dieser Vergleich beruht auf einheitlichen Erfassungsmethoden und fester Definitionen für die Diagnostik. Dabei werden die wichtigsten Einfluss- und Risikofaktoren berücksichtigt. Surveillance bedeutet hier eine systematische und kontinuierliche epidemiologische Überwachung.

» weitere Informationen

10.09.2018, Strausberg

Krankenhaus Märkisch-Oderland GmbH
Prötzeler Chaussee 5, 15344 Strausberg
Tel.: 03341 / 521 50

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