Kinder im Auto immer gut sichern - 30.03.2021

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Kinder im Auto immer gut sichern
DEKRA Experten informieren


Für die Kleinsten ein gefährlicher Ort


Das Auto ist für Kleinkinder ein gefährlicher Ort: Im Jahr 2019 verunglückten auf Deutschlands Straßen 28.005 Kinder im Alter von unter 15 Jahren bei Verkehrsunfällen. Die Mehrheit davon (37,2 Prozent) kam dabei als Mitfahrer in einem Pkw zu Schaden. Bei den Kleinkindern bis 6 Jahre liegt dieser Anteil sogar bei 64,4 Prozent, im Grundschulalter zwischen 6 und 9 Jahren liegt der Wert bei 40,4 Prozent.

„Damit Kinder im Auto optimal geschützt sind, müssen sie mit einem für sie geeigneten Rückhaltesystem ordnungsgemäß gesichert werden, und das auf jeder noch so kurzen Fahrt“, sagt Markus Egelhaaf, Unfallforscher bei DEKRA. Laut Weltgesundheitsorganisation verringert sich durch den richtigen Gebrauch eines geeigneten Kinderrückhaltesystems die Gefahr eines tödlichen Unfalls um 70 bis 80 Prozent.

In Deutschland dürfen Kinder bis zum Erreichen einer Körpergröße von 1,5 Metern oder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr nur im passenden Kindersitz mitfahren. Dazu muss ein Sitz passend zum Gewicht des Kindes aus fünf Gruppen ausgewählt werden. Gruppe 0: bis 10 Kilogramm, Gruppe 0+: bis 13 Kilogramm, Gruppe I: 9 bis 18 Kilogramm, Gruppe II: 15 bis 25 Kilogramm und Gruppe III: 22 bis 36 Kilogramm.

In den meisten aktuellen Pkw-Modellen sind Isofix-Verankerungen verbaut, mit denen man die entsprechenden Sitze schnell und mit nur einem geringen Risiko der Fehlbedienung fest verankern kann. Gibt es im Fahrzeug keine Isofix-Verankerungen oder ist der Sitz nicht mit diesem System kompatibel, erfolgt die Sicherung mit dem Sicherheitsgurt.

Die Montage gestaltet sich hier bei den meisten Sitzmodellen deutlich schwerer und damit auch fehleranfälliger. In allen Fällen müssen Autofahrer beim Einbau des Sitzes und bei der Sicherung der Kinder unbedingt die Vorgaben der Bedienungsanleitungen von Sitz und Fahrzeug beachten.


Gerade für kleine Kinder werden vermehrt so genannte Reboarder angeboten, also Sitze, bei denen das Kind entgegen der Fahrtrichtung sitzt. „Im Falle einer Frontalkollision bieten diese einen besseren Schutz der Wirbelsäule. Bei der Montage auf dem Beifahrersitz muss allerdings beachtet werden, dass der Beifahrerairbag abgeschaltet ist. Dieser kann ansonsten bei einer Auslösung zu schwersten Verletzungen führen“, sagt Egelhaaf.
Beim Kauf eines Kindersitzes sollte man nach dem Rat von DEKRA zudem darauf achten, dass der Sitz die Prüfnorm UN ECE Reg. 44/04 oder 129 (i-Sitze) erfüllt. Sitze nach der UN ECE Reg 44/03 sind ebenfalls noch zugelassen. „Vom Kauf gebrauchter Sitze wird abgeraten, es sei denn, man kann sicher sein, dass der Sitz noch nicht in einen
Unfall verwickelt war und auch ansonsten sehr schonend behandelt wurde“, betont der Unfallforscher. „Den Sitz vor dem Kauf auf jeden Fall im eigenen Auto ausprobieren und das Kind Probe sitzen lassen.“

„Der beste Kindersitz bringt aber nichts, wenn das Kind darin nicht oder nicht richtig gesichert wird – ein gefährlicher Umstand, der insbesondere auf Kurzstrecken und bei der Mitnahme weiterer Kinder zu beobachten ist“, betont Egelhaaf. Auch Regen dürfe nicht als Hinderungsgrund gelten, die Kinder ordnungsgemäß zu sichern und die Sicherung – insbesondere bei älteren Kindern - regelmäßig zu kontrollieren.

DEKRA Info
Quelle: DEKRA


» weitere Informationen

30.03.2021

DEKRA Automobil GmbH Strausberg
Am Flugplatz 11
15344 Strausberg
Tel.: 03341/41570




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