Die Kleist-Festtage 2021 - 10.10.2021

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Die Kleist-Festtage 2021
Hochaktuell, international, nachhaltig

Bild:© Kleist Forum


Hochaktuell, international, nachhaltig – Die Kleist-Festtage 2021 sorgten für überregionale Aufmerksamkeit

Mit einem Filmfrühstück, dem Abschluss eines literarischen Bühnenexperiments, einer Bürgerschaftslesung und einer Premiere der Bürgerbühne gingen am Sonntag die Kleist-Festtage 2021 in Frankfurt (Oder) zu Ende. Unter dem Motto „Alles andere als Kleist?“ luden Kleist-Museum und Kleist Forum zu mehr als 30 Veranstaltungen ein. Namhafte Schauspieler:innen, Schriftsteller:innen und Wissenschaftler:innen sorgten dafür, dass die 31. Auflage des Theater- und Literaturfestivals vom 30. September bis 10. Oktober überregional Aufmerksamkeit erfuhr und auswärtiges Publikum in die Kleist-Stadt zog.

Zur Vernissage „2 x Heinrich = Zschokke + Kleist“ kamen zahlreiche Schweizer Gäste in das Kleist-Museum. Heinrich Zschokke, Student und Dozent in Frankfurt, lebte ab 1796 in der Schweiz und war dort 1801/02 Kleists Weggefährte. Heiko Deutschmann las aus seiner Autobiografie, die Grundlage der bilderreichen, atmosphärischen Sonderausstellung ist. Alle Facetten Zschokkes, als Politiker, Pädagoge, Publizist, wurden in der internationalen Tagung diskutiert, die in einem spannenden Podiumsgespräch zwischen den „Deutsch-Schweizern“ Henriette Vásárhelyi und Mathias Zschokke gipfelte. Der Zschokke-Biograph Werner Ort begeisterte beim Salon seine Zuhörer:innen mit Anekdoten und seinem enormen Wissen über die in Frankfurt vorhandenen Erstausgaben Zschokkescher Publikationen.

Neben Zschokke kam Thomas Mann zu Wort: Mit einer Lesung seiner „Vertauschten Köpfe“ brillierte Barbara Schnitzler, der Abend mit Viscontis Film „Tod in Venedig“ zog die Besucher:innen an. Zum Filmfrühstück begrüßte Christian Grashof, ein Sonntagvormittag mit Film, Gesprächen, Einwürfen – und viel Humor.

Auch die Debatte über Kleist fehlte nicht: Die Gäste der szenischen Lesung „Gott Vater Einzeltäter – Operation Kleist“ diskutierten bis weit in den Abend über Männer, Macht und Gewalt bei Heinrich von Kleist. Die traditionelle Bürgerschaftslesung in der St.-Gertraud-
Kirche aus „Hans Dampf in allen Gassen“, einer ironischen Erzählung Zschokkes, ließ die Kleist-Festtage entspannt, witzig und voller Wortspiele enden.

Zu den Höhepunkten im Kleist Forum zählten neben der Frankfurter Premiere des Kleist-Förderpreisträgerstücks „Kill Baby“ von Ivana Sokola die eigens für das Festival produzierte Uraufführung von „Miller gegen Miller oder Die Rückkehr des verlorenen Sohnes“ des israelischen Dramatikers Joshua Sobol. Der Autor übernahm selbst die Regie, die Proben fanden im Kleist Forum statt und nach den umjubelten beiden Vorstellungen in Frankfurt (Oder) wird „Miller gegen Miller“ in Zukunft auf weiteren Bühnen im deutschsprachigen Raum zu sehen sein.

Der Spannungsbogen aus Premieren konnte über das gesamte Festival gehalten werden: Zum Abschluss führte der Schauspieler Thomas Thieme Goethes kompletten „Faust“ an drei Abenden als konzertante Lesung auf, unterstützt von seinem Sohn Arthur an der Bassgitarre. Außerdem zeigte die Bürgerbühne im Kleist Forum „Die Enkel der friedlichen Revolution““, eine Produktion, in der junge Performer:innen den Ereignissen der Wendezeit im Herbst 1989 in Frankfurt (Oder) nachspüren.

Ihre Aktualität und Lebendigkeit bewiesen die Kleist-Festtage mit dem Gastspiel des Théâtre National du Luxembourg „Superspreader“, aber auch mit Produktionen wie „Dazwischenland“ in Kooperation mit dem Verein Słubfurt, „Was ist es wert?“ mit dem internationalen Ensemble teatreBLAU und »Bye-Bye Bühne« von Schauspielerin Judith Rosmair und DOCUMENTA-Künstler Theo Eshetu.

„Selten waren die Kleist-Festtage so international und heutig wie bei dieser Ausgabe“, resümieren Anette Handke (stellvertretende Direktorin des Kleist-Museums) und Florian Vogel (künstlerischer Leiter des Kleist Forums), die das Programm kuratiert haben. „2021 war das Festival für uns eine – auch organisatorische – Herausforderung, die alle Teilnehmenden mit Humor und Gelassenheit gemeistert haben. Und selten wurde so viel gelacht“, sagt Anette Handke. „Das Kleist Forum ist nicht nur zu einem Ort geworden, an denen Produktionen mit großartigen Künstlerinnen und Künstlern entstanden sind, die sich aufeinander beziehen, sondern vor allem ein Ort der Begegnung, des Austauschs und der Vernetzung: Vor, auf und hinter der Bühne, mit Menschen aus vielen Ländern“, sagt Florian Vogel. „Es waren elf spannende Tage, von deren Nachhaltigkeit wir sicherlich noch einiges sehen werden“, sind sich die Kuratoren einig.

Quelle: Kleist Forum

10.10.2021, Frankfurt / Oder

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Platz der Einheit 1, 15230 Frankfurt (Oder)
Tel.: 0335 4010-0





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