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Redaktion strausberg-live.de
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Vielen Dank für die Hilfe!
Plötzlich erinnere ich mich wieder an den Tag, als wir vor einigen Jahren auf der Heimfahrt aus unserem Urlaub in Polen einen Zwischenstopp einlegten. Wir brauchten eine Pause, Hunger hatten wir auch, also fuhren wir von der Fernstraße ab und steuerten in die Altstadt von Wroclaw. Hier waren wir noch nie, kannten uns überhaupt nicht aus. Umso mehr freuten wir uns, als wir direkt am Altstadtring eine Lücke zwischen parkenden Autos entdeckten. Glücklich über den schnell gefundenen Parkplatz spazierten wir zum Marktplatz, suchten uns ein gemütliches Restaurant und ließen uns das gute polnische Essen schmecken. Die Abenddämmerung setzte bereits ein, als wir uns auf den Weg machten. Doch mein Herz blieb fast stehen, als ich an der Ampelkreuzung wartend, unser Auto auf einem Abschleppwagen um die Ecke biegen und verschwinden sah. Das konnte nur ein schlechter Traum sein. Zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes ließen die gesamte Straße räumen, denn alle Fahrzeuge standen hier im Parkverbot - und wir auch.

Zum Glück können wir uns mehr schlecht als recht auf Polnisch verständigen und so erfuhren wir von den beiden freundlichen Beamten, dass wir erst zum Polizeiamt müssen, um das Bußgeld zu bezahlen. Eine kurze Wegbeschreibung erhielten wir noch, bevor wir uns auf den Weg machten. Doch wir waren fremd hier und ohne Stadtplan wussten wir bald nicht mehr, wo wir uns befanden. Was macht man in einer solchen Situation? Man fragt jemanden und hofft so auf Hilfe. Doch die Leute waren im Feierabendstress, sie ignorierten uns. Vielleicht waren sie ja auch nur vorsichtig und wollten sich nicht von einem Pärchen ansprechen lassen, das in gebrochenem Polnisch nach der Polizei fragt. Wir fühlten uns nicht wohl in unserer Haut. Der ältere Herr mit Mantel und Hut, bestimmt schon mehr als 70 Jahre alt, würde uns bestimmt auch ausweichen, war ich mir sicher. Aber nein, er blieb stehen, grüßte freundlich und holte aus seiner kleinen Aktentasche einen Stadtplan heraus, erklärte uns ruhig und gut verständlich den Weg. Er hatte uns geholfen. Und wir waren ihm so dankbar, denn wir waren auf Hilfe angewiesen.

Warum fällt mir diese Geschichte gerade jetzt ein?
In das Gebäude der Stadtverwaltung kommen seit einigen Monaten immer häufiger auch Menschen aus fremden Ländern. Oft können sie sich kaum verständigen und müssen hier irgendwelche Angelegenheiten erledigen. So verlaufen sie sich auch mal in unser Büro. Erst in dieser Woche stand eine Mutter mit ihrer Tochter vor uns und hielt ein Formular in der Hand - wusste selbst nicht genau, wohin sie damit gehen sollte. Das Stichwort "Kindertagesstätte" auf dem Bogen ließ mich hoffen, dass den beiden Frauen in dem Sachbereich weitergeholfen wird. Vor der Tür angekommen, die leider verschlossen war, teilte uns eine junge Frau aus dem Zimmer nebenan mit, wir sollen am Sprechtag wiederkommen. Ich versuchte zu erklären, doch die junge Frau wiederholte, ohne auch nur auf das Formular zu schauen oder nachzufragen, diesen Satz in einer sehr korrekten Art auf Englisch und ließ die Beiden abmarschieren. Da sage ich nur: "Vielen Dank für die Hilfe!"

Liebe Leute, bitte denkt immer daran: Behandelt jeden Menschen so, wie ihr selbst gern behandelt werden möchtet. Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft sind keine schlimmen Krankheiten, sie können Brücken bauen und unser Leben bereichern.
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