Patrick Hübner (Einzelwahlvorschlag) - 17.01.2026

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Patrick Hübner (Einzelwahlvorschlag)
Fragen und Antworten

Bild:© Andreas Prinz


1. Welches ist Ihr Lieblingsplatz in Strausberg?
Mein Lieblingsplatz in Strausberg ist die Parkbank direkt hinter der Sparkasse am See. Vor allem im Sommer sitze ich dort gerne mit meinem Sohn und esse zusammen mit Ihm Eis.

2. Wenn Sie gewählt werden, welches sind die Maßnahmen, die Sie in den ersten 100 Tagen auf den Weg bringen wollen?
In den ersten 100 Tagen geht es um Struktur, Zuständigkeiten und eine moderne Führungskultur.

a) Einrichtung eines 4. Fachbereichs „Organisation und Wirtschaft“, um interne Abläufe zu bündeln, Zuständigkeiten klar zu ordnen und strategische Konzepte für ein starkes Stadtmarketing sowie eine starke lokale Wirtschaft – insbesondere im Bereich Gewerbe, Handwerk und Dienstleistungen – zu entwickeln.
b) Der neue Fachbereich dient zugleich dazu, das Büro des Bürgermeisters organisatorisch zu entschlanken und dort ausschließlich strategische Schlüsselpositionen mit oberster Priorität zu verankern, wie z.B. einen Umwelt-/Wasserbeauftragten.
c) Prüfung der schnellstmöglichen Umsetzung eines Bürgerhauses, insbesondere
- wie ein Bürgerhaus baulich in das bestehende Verwaltungsgebäude integriert werden kann,
- welche schrittweisen Nutzungs- und Ausbaukonzepte realistisch sind,
- und wie die Umsetzung finanziell verantwortbar für die Stadt erfolgen kann
d) Einführung einer Kultur der Wertschätzung in der Stadtverwaltung: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden nach Ergebnissen beurteilt, nicht nach Kontrolle oder Präsenz
e) Klare, verbindliche Regeln für Homeoffice und flexible Arbeitsmodelle, die zum Leben und zu den Anforderungen unserer heutigen Zeit passen
f) Einrichtung eines regelmäßigen Wirtschafts- und Standortdialogs mit Unternehmern, Handwerk und größeren Arbeitgebern
g) Interne Analyse der Verwaltungsabläufe: Wo entstehen unnötige Verzögerungen, wo fehlen klare Zuständigkeiten?

Ziel ist eine schlanke Führungsstruktur, eine leistungsfähige Verwaltung und die zügige, finanzierbare Umsetzung von Projekten, die den Bürgern unmittelbar nutzen.

3. Der Straussee ist das Juwel der Stadt. Der Wasserstand bereitet vielen Strausbergern Sorgen. Welche konkreten Schritte wollen Sie unternehmen?
Der Straussee braucht klare Zuständigkeiten, verlässliche Mehrheiten und eine sachliche, fachlich fundierte Zusammenarbeit.

Ich werde:
- den aktiven und regelmäßigen Austausch mit den Bürgermeistern der Verbandsgemeinden suchen, um wieder eine arbeitsfähige Mehrheit in der Verbandsversammlung des WSE zu erreichen
- die Rolle der Stadt Strausberg dort deutlich aktiver wahrnehmen und nicht nur reagieren, sondern mitgestalten
- mit ehrenamtlichen Initiativen, insbesondere der "Bürgerinitiative zur Erhaltung des Straussee e.V.", systematisch zusammenarbeiten
- Universitäten, Fachkundige und wissenschaftliche Einrichtungen gezielt in die Bewertung und Entwicklung von Lösungen einbeziehen
- für vollständige Transparenz sorgen, was Wasserentnahmen, Zuflüsse, Fördermengen und Entscheidungsgrundlagen betrifft

Der Straussee darf kein Thema sein, das von Zuständigkeiten zerredet wird. Er braucht Führung, Fachlichkeit und verbindliche Entscheidungen.

4. In Strausberg müssen einige Straßen instandgesetzt werden, beispielsweise die Berliner Straße. Viele Autofahrer sind von Staus gerade am Morgen und zum Feierabend genervt. Welchen Plan haben Sie für die Verkehrsentwicklung in unserem Ort?
Verkehrspolitik muss verlässlich, planbar und transparent sein.

Ich setze auf:
- Priorität für die Instandhaltung der Hauptverkehrsstraßen, insbesondere der Berliner Straße und weiterer stark frequentierter Achsen
- eine deutlich bessere Koordination von Baustellen, um gleichzeitige Sperrungen und unnötige Staus zu vermeiden
- frühzeitige, aktive Information der Bürger, bevor Straßen gesperrt oder Verkehrsführungen geändert werden – nicht erst, wenn die Maßnahme bereits läuft
- klare, verständliche Kommunikation über Dauer, Umleitungen und Alternativen
- Erhalt und bedarfsgerechten Ausbau sicherer Fuß- und Radwege
- gleichwertige Berücksichtigung der Ortsteile wie Hohenstein, Gladowshöhe und Ruhlsdorf bei Planung und Umsetzung von Verkehrsmaßnahmen
- schrittweise Ablösung von Sandstraßen in den Ortsteilen und Umsetzung moderner, dauerhafter Lösungen, z. B. durch Asphaltierung nach dem Bernauer Modell

Akzeptanz entsteht nicht durch Maßnahmen allein, sondern durch transparente Information und nachvollziehbare Entscheidungen.

5. Wie wollen Sie, dass sich Strausberg entwickelt in den Bereichen Gewerbe, Kultur und Einwohnerzahl?
Strausberg soll gezielt wachsen – kulturell, wirtschaftlich und strukturell, nicht zufällig.

Einwohnerentwicklung:
Strausberg soll sich in Richtung 30.000 Einwohner entwickeln. Diese Größenordnung ist wichtig, weil sie der Stadt mehr Gewicht gegenüber Land und Bund, bessere Fördermöglichkeiten und größere Gestaltungsspielräume verschafft. Wachstum ist kein Selbstzweck, sondern Voraussetzung dafür, Infrastruktur, Kultur und Daseinsvorsorge langfristig zu sichern.

Wohnen und Stadtentwicklung:
- Vorrang für innerstädtische Nachverdichtung statt Bauen auf der grünen Wiese
- enge Zusammenarbeit mit der Strausberger Wohnungsbaugesellschaft (SWG), um bezahlbaren und modernen Wohnraum zu schaffen
- Fortführung und Weiterentwicklung des Mietspiegels für transparente und faire Mieten

Strausbergerinnen und Strausberger sollen sich Wohnen in ihrer eigenen Stadt leisten können – das gelingt nur, wenn Politik geschlossen handelt und nicht gegeneinander arbeitet

Gewerbe und Wirtschaft:
- gezielte Entwicklung von Gewerbeflächen statt ungeplanter Einzelansiedlungen
- aktive Unterstützung bestehender Betriebe sowie von Gründungen und Nachfolgen
- Aufbau einer „Made in Strausberg“-Initiative, um regionale Produkte, Dienstleistungen und Betriebe sichtbar zu machen
- enger Austausch zwischen Verwaltung und Wirtschaft, damit Entscheidungen planbar und investitionsfreundlich sind

Kultur und Stadtleben:
- Stärkung von Kultur, Gastronomie und Veranstaltungen als Standort- und Tourismusfaktor
- Umsetzung eines Bürgerhauses als zentralen Ort für Vereine, Kultur und Begegnung
- Unterstützung neuer Formate wie z.B. der Kneipentour, Lange Nacht etc., um die Innenstadt und Stadtteile zu beleben

Strausberg soll wachsen, ohne seinen Charakter zu verlieren – wirtschaftlich stark, sozial ausgewogen und lebendig.

6. Sehr viele Strausberger engagieren sich in ihrer Freizeit in Sport- oder Kulturvereinen. Einige sind in der ganzen Welt bekannt. Manche dieser Freizeiteinrichtungen haben Kummer mit Trainingsorten und Ausstattung. Wie wollen Sie dafür sorgen, dass diese einmalige Vereinslandschaft erhalten bleibt?
Die Vereinslandschaft in Strausberg ist ein zentraler Pfeiler des gesellschaftlichen Lebens und verdient verlässliche Strukturen statt Einzelfalllösungen.

Konkrete Maßnahmen:
a) Einführung eines städtischen Ehrenamts- und Spendenportals, auf dem unter anderem transparent dargestellt wird:
- welche Vereine und Initiativen aktuell Unterstützung benötigen
- welche Projekte gefördert werden sollen
- wer Ansprechpartner in der Verwaltung ist
- wie Förderanträge gestellt werden
- nach welchen Kriterien Förderungen bewilligt oder priorisiert werden
b) Weiterentwicklung der Koordination von Trainings- und Veranstaltungsflächen, um vorhandene Räume besser auszulasten und Nutzungskonflikte zu reduzieren
c) Unterstützung von Kooperationen zwischen Vereinen und regionalen Unternehmen, etwa durch Sponsoring, Ausstattung oder gemeinsame Projekte
d) Gezielte Unterstützung für Vereine und Einzelpersonen, die Strausberg überregional vertreten und damit zum positiven Bild der Stadt beitragen
e) Konsequente Digitalisierung aller Antrags-, Förder- und Genehmigungsprozesse

Ziel ist eine Vereinsförderung, die transparent, planbar und fair ist – und Engagement sichtbar stärkt, statt es durch Bürokratie zu bremsen.

7. Andere Städte haben große Neubaugebiete ausgewiesen und dadurch viele neue Einwohner gewonnen. In Strausberg sollen vorhandene innerstädtische Flächen zuerst genutzt werden. Wie ist Ihre Meinung zu diesem Thema?
Strausberg braucht Wohnraum – und zwar zügig, planbar und umsetzungsorientiert.
Aktuell werden Investoren, die in Strausberg bauen wollen, zu oft ausgebremst. Das bremst Wohnungsbau, treibt Preise und schadet der Stadtentwicklung.

Für mich gilt daher:
- Innenentwicklung und konkrete Projekte haben Vorrang, statt jahrelanger Diskussionen
- Investoren brauchen klare Entscheidungen, feste Ansprechpartner und realistische Zeitpläne

Wer in Strausberg Wohnraum oder Gewerbe schaffen will, soll Unterstützung erfahren – nicht Stillstand

Konkret bedeutet das:
- konsequente Umsetzung bereits geplanter Wohngebiete wie zum Beispiel an der Garzauer Chaussee, um dringend benötigten Wohnraum zu schaffen
- aktive Begleitung des Gewerbe- und Wohnprojekts der Tamax in der Altstadt, damit insbesondere der nördliche Teil der Altstadt wieder belebt und städtebaulich aufgewertet wird
- Nutzung innerstädtischer Flächen und vorhandener Infrastruktur, bevor neue Flächen im Grünen erschlossen werden
- enge Zusammenarbeit mit der Strausberger Wohnungsbaugesellschaft (SWG) für bezahlbaren Wohnraum
- Fortführung des Mietspiegels, um Transparenz und Fairness auf dem Wohnungsmarkt zu sichern

Wohnungsbau gelingt nur, wenn Politik, Verwaltung und Investoren an einem Strang ziehen.
Strausberg braucht keine Verhinderungspolitik, sondern klare Entscheidungen und Umsetzungskraft.

8. Die Digitalisierung und Organisation der Verwaltungsarbeiten der Stadtverwaltung mit immerhin 350 Mitarbeitern ist ein großes Thema. Welche Strategie haben Sie hier?
Die Stadtverwaltung muss moderner, transparenter und verlässlicher werden.
Heute werden viele Prozesse noch immer per Papier, Post und mit unklaren Zuständigkeiten abgewickelt – das kostet Zeit, Geld und Nerven.

Meine Strategie ist klar:
- Konsequente Digitalisierung der Verwaltungsprozesse, damit Anträge, Genehmigungen und Rückmeldungen digital eingereicht, bearbeitet und nachverfolgt werden können
- Transparenz über Zuständigkeiten: Jeder Bürger soll wissen, wer sein Anliegen bearbeitet
- Verbindliche Bearbeitungsfristen, damit nachvollziehbar ist, wann mit einer Antwort oder Entscheidung zu rechnen ist
- Entlastung der Mitarbeitenden durch klare Prozesse, bessere Organisation und moderne Arbeitsmittel

Digitalisierung bedeutet für mich nicht mehr Bürokratie, sondern schnellere Entscheidungen, klare Verantwortung und besserer Bürgerservice.

9. Wo sehen Sie die Stadt Strausberg in 30 Jahren?
Ich sehe Strausberg als starkes Mittelzentrum in Ostbrandenburg – wirtschaftlich stabil, gut organisiert und mit klarer regionaler Ausstrahlung.

Strausberg ist dann:
- eine Stadt mit rund 30.000 Einwohnern, die politisch und wirtschaftlich Gewicht hat
- ein attraktiver Wohn- und Arbeitsort mit bezahlbarem Wohnraum, funktionierender Infrastruktur und einer lebendigen Innenstadt
- ein Standort mit starken lokalen Unternehmen, die Arbeitsplätze für die Menschen vor Ort schaffen
- ein Bildungsstandort mit einer eigenen Hochschule oder hochschulnahen Einrichtung, die junge Menschen in der Region hält
- eine Stadt mit einem vollen, lebendigen Stadtleben, zusätzlichen kulturellen und touristischen Attraktionen
- ein Straussee mit stabilem, normalem Wasserpegel, als echtes Natur- und Erholungszentrum
- eine Stadt, in der Verwaltung funktioniert, Entscheidungen nachvollziehbar sind und Dinge erledigt werden
- eine Stadt, die Talente hält, statt sie zu verlieren

Vor allem ist Strausberg ein Ort, den man gern besucht – und noch lieber hier wohnt.

17.01.2026, Strausberg


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