Strenge Regeln für Fahranfänger - Absolutes Alkoholverbot am Steuer
Für Fahranfänger gelten am Steuer von Kraftfahrzeugen höhere Anforderungen als an die übrigen Autofahrenden. In der aktuellen Faschingssaison beispielsweise gibt es für die Novizen am Lenkrad in puncto Alkohol kein Pardon. Für sie gilt die Regel „Null Promille“. Bei den „alten Hasen“ drückt der Gesetzgeber bei geringfügigen Mengen zumindest bis 0,3 Promille Blutalkoholgehalt ein Auge zu, obwohl auch sie in nüchternem Zustand sicherer unterwegs sind.
Als Fahranfänger gelten alle Fahrende, die sich in der zweijährigen Probezeit befinden oder unter 21 Jahre alt sind. „Wir wissen, dass die Fahrtüchtigkeit bereits ab 0,2 Promille Alkohol im Blut leidet. Alkohol macht Fahrende risikobereiter, zugleich sind sie weniger aufmerksam, haben ein verengtes Sehfeld und können Entfernungen schlechter einschätzen“, erklärt Dr. Thomas Wagner, bei DEKRA für das Thema Fahreignung verantwortlich.
Ein Schluck aus der Pulle kann selbst ohne Anzeichen von Fahrunsicherheit 250 Euro Geldbuße und einen Punkt im Fahreignungsregister zur Folge haben. Damit nicht genug: Bei Verstößen droht eine Verlängerung der Probezeit um zwei Jahre. Außerdem werden Betreffende verpflichtet, auf eigene Kosten an einem besonderen Aufbauseminar teilzunehmen. Noch teurer wird es, wenn die Grenze von 0,5 Promille überschritten wurde oder ab 0,3 Promille ein Unfall mit Sach- oder Personenschaden verursacht wird. Dann werden mitunter ein bis mehrere Monatsgehälter fällig. Außerdem ist der Führerschein mindestens 6 Monate weg.
Ohne Unfall gibt es ab 0,5 Promille aber auch für die anderen Fahrenden drastische Strafen, wie etwa 500 Euro Geldbuße, zwei Punkte und Fahrverbot. Rad- oder Pedelec-Fahrende geraten spätestens ab 1,6 Promille mit dem Gesetz in Konflikt und können sogar wegen dieser hohen Alkoholisierung zur medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) geschickt werden.
„Wer unbeschwert feiern und nicht komplett ‚trocken bleiben‘ möchte, sollte so konsequent sein und darauf verzichten, sich ans Steuer zu setzen“, meint Wagner. „Wenn gefeiert wird, empfiehlt es sich, das Auto von vorneherein stehen zu lassen. Die Öffentlichen, das Taxi oder ´sich abholen lassen sind die bessere Lösung. Damit werden viele schlimme Unfälle und teure Sanktionen vermieden. Im Jahr 2024 wurden in Deutschland mehr als 76.000 Straftaten und über 30.000 Ordnungswidrigkeiten im Kontext mit Alkohol registriert. Die meisten im Straßenverkehr begangenen Straftaten (32 Prozent) sind somit Alkoholverstöße.
DEKRA Info
Quelle: DEKRA
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