Immer mehr Radfahrende steigen aufs E-Bike um. Rund 15,7 Millionen Fahrräder mit Elektromotor rollten im Jahr 2024 über die Straßen. Das sind achtmal so viel wie vor zehn Jahren. Allerdings ist das Fahren mit elektrischem Rückenwind auch mit höheren Unfallgefahren verbunden, warnen die Experten von DEKRA. Vor allem Seniorinnen und Seniorinnen haben ein erhöhtes Unfallrisiko.
Ein Pedelec macht das Radeln leichter, speziell Steigungen bezwingt man lockerer als mit dem ‚Bio-Bike‘ – nicht zu vergessen der hohe Spaßfaktor. „Diese Leichtigkeit kann beim Umstieg dazu verleiten, anfangs zu schnell in den Turbo-Modus zu schalten“, sagt Jochen Hof, Fahrradexperte bei DEKRA. „Newcomer müssen wissen, dass sich ein Pedelec in puncto Gewicht, Handling und Fahrverhalten von einem Fahrrad ohne Motor deutlich unterscheidet.“
Pedelecs sind wesentlich schwerer als normale Fahrräder und somit nicht ganz so leicht zu halten wie ein normales Fahrrad. Wer dies unterschätzt, kann beim Anhalten oder sogar im Stand leichter umfallen. Umstellung verlangt insbesondere die kräftige Beschleunigung und die höhere Fahrgeschwindigkeit. Hier ist mehr vorausschauendes Fahren und Sicherheit im Sattel gefragt. Mit der Motorunterstützung vergrößert sich außerdem der Kurvenradius. Um dies alles zu koordinieren, braucht es Übung.
Viele müssen sich auch an den Umgang mit den zupackenden hydraulischen Bremsen der E-Bikes gewöhnen. „Die höhere Bremskraft will dosiert sein, um in kritischen Situationen schnell abzubremsen zu können, ohne das Gleichgewicht zu verlieren. Deshalb: am Anfang es etwas ruhiger angehen lassen, bis man sich im Sattel sicher fühlt.“ Vor allem für Umsteiger und Neulinge ist ein spezielles Fahrsicherheitstraining zu empfehlen.
Für sicheres Fahren mit dem E-Bike empfiehlt der Sachverständige Jochen Hof besondere Vorsicht beim Abbiegen, an Kreuzungen und unübersichtlichen Stellen. Von Vorteil ist auch, auffällige Kleidung zu tragen und frühzeitig Licht zu einschalten. Dann wird man von anderen Verkehrsteilnehmern nicht so leicht übersehen. Auch sollte man Fehler anderer einkalkulieren und die eigene Fahrweise darauf einstellen. Denn andere Verkehrsteilnehmende unterschätzen
oftmals die größere Beschleunigung und Geschwindigkeit von Pedelecs. Zum eigenen Schutz darf selbstverständlich der Helm nicht fehlen.