
Bild:© Stadtverwaltung Strausberg
Zahlen lügen nicht: Strausberg unterstützt den bundesweiten Aktionstag „Kommunen am Limit“
Karolin Langner, Erste Beigeordnete, Kämmerin, derzeit mit der Führung der Amtsgeschäfte der Bürgermeisterin betraut, fordert eine verlässliche und aufgabengerechte Finanzierung der kommunalen Daseinsvorsorge.
Die Stadt Strausberg beteiligt sich am 22. Juni 2026 am bundesweiten Aktionstag „Kommunen am Limit“. Gemeinsam mit Städten, Landkreisen und Gemeinden in ganz Deutschland macht Strausberg darauf aufmerksam, dass wachsende Aufgaben, steigende Standards und höhere Kosten dauerhaft nicht mit einer unzureichenden Finanzausstattung vereinbar sind. Zahlen lügen nicht: Der Strausberger Doppelhaushalt weist bereits für das Jahr 2026 ein geplantes negatives Gesamtergebnis von rund 1,48 Millionen Euro aus. Gleichzeitig erwarten die Menschen zu Recht verlässliche Kitas und Schulen, eine leistungsfähige Feuerwehr, sichere Straßen, Sport, Kultur und eine funktionierende Verwaltung. Daseinsvorsorge muss man sich leisten können - und sie darf nicht aus immer kleineren Restbudgets finanziert werden.
Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes erreichten die kommunalen Kern- und Extrahaushalte im Jahr 2025 ein Finanzierungsdefizit von 31,9 Milliarden Euro - den höchsten Wert seit der deutschen Wiedervereinigung. Die Ausgaben stiegen stärker als die Einnahmen; besonders deutlich wuchsen unter anderem Personal- sowie Kinder- und Jugendhilfeausgaben. Die drei kommunalen Spitzenverbände haben deshalb den Aktionstag „Kommunen am Limit“ initiiert. Strausberg stellt sich seiner Verantwortung und investiert weiter in die kommunale Infrastruktur. Für die Haushaltsjahre 2025 und 2026 sind Investitionsauszahlungen von insgesamt rund 30,55 Millionen Euro vorgesehen. Zugleich sieht der Doppelhaushalt keine neue Kreditermächtigung vor. Insbesondere der drastische Einbruch im Ertragsbereich der Schlüsselzuweisungen stellt die Stadt vor große Herausforderungen.
Die finanzielle Anspannung ist damit kein abstraktes Rechenproblem. Sie begrenzt den Spielraum für Instandhaltung, freiwillige Leistungen und neue Investitionen. Wo dauerhaft Mittel fehlen, drohen längere Umsetzungszeiten, verschobene Maßnahmen und eine weitere Verdichtung kommunaler Angebote. Genau darauf macht der Aktionstag aufmerksam - ohne Alarmismus, aber mit der gebotenen Klarheit.
Quelle: Stadtverwaltung Strausberg