Gustav Seitz Ausstellung in Buckower Brecht-Weigel-Haus eröffnet am 5.7.2026 um 15:00 Uhr und Kooperationsvertrag dreier Museen in Märkisch-Oderland wird unterschrieben!
Jahressonderausstellung
Im Buckower Brecht-Weigel-Haus wird am 5.7.2026 die Jahressonderausstellung „Um Kopf und Kragen. Bertolt Brecht im Werk von Gustav Seitz“ eröffnet werden. Anlässlich des 70. Todestages des Schriftstellers in diesem Jahr widmet das Literaturmuseum dem ehemaligen Sommerbewohner der Stadt eine besondere Einzelausstellung. Der Bildhauer Gustav Seitz und der Dramatiker waren ab 1950 bekannt: „Zusammen haben sie versucht in der Formalismus-Debatte die Freiheit der Kunst zu verteidigen und Brechts Tod war dann für Seitz auch ein weiterer wichtiger Beweggrund, Ost-Berlin Richtung Hamburg zu verlassen “, so fasst deren Beziehung Darius Müller, der Vorstandsvorsitzende der Gustav Seitz Stiftung, zusammen.
Seitz schuf ab 1956 bis zu seinem Tod mehr als 100 Brechtportraits als Plastiken oder Zeichnungen. „Den besonderen Witz und die Nahbarkeit, die jedes dieser Werke auszeichnen, machen dabei den besonderen Charme für den Betrachtenden aus.“, so beschreibt es die Kuratorin Juliane Grützmacher. „Ob Brecht mit oder ohne Stoppelbart, schiefer Nase und eng stehenden Augen, aus den Darstellungen spricht eine sehr persönliche Zugewandtheit dem Schriftsteller gegenüber, die ihn als Mensch in den besonderen Blick nimmt, jenseits einer Diskussion um politische Vereinnahmung“, heißt es weiter in der Laudatio der Museumsleiterin. Nicht Verklärung oder Heroisierung, vielmehr eine zeitlose Darstellung des Gründers des modernen Theaters gelang dem Bildhauer Seitz. Diesen Weg zu beschreiten sich bereits im Todesjahr mit dem ersten Brechtportrait ankündigte und heute 70 Jahre später gelungen zu sein scheint.
Die gezeigten Werke setzen ebenso eine Klammer um die künstlerische Entwicklung des Bildhauers: sind doch unter anderem das erste und das vermutlich letzte geschaffene Brechtportrait für die Ausstellung ausgewählt worden. Die Zeichnungen und Plastiken sind als Leihgaben der Gustav Seitz Stiftung mit Sitz in Trebnitz nach Buckow gekommen und werden noch bis Ende Jahres im Haus am See präsentiert. Diese besondere Kooperation für die Ausstellung läutet eine weiterführende Zusammenarbeit der Museen ein.
Kooperationsvertrag dreier Museen in Märkisch Oderland
Die Ausstellungseröffnung zum Anlass nehmend, unterschreiben am Sonntag die Vertreter und Vertreterinnen der Einrichtungen einen Kooperationsvertrag. Die Zusammenarbeit, die projektbezogen bereits in den vergangenen Jahren stattfand, erhält damit einen Rahmen, der diese Verbundenheit auch nach außen hin sichtbar trägt. Und wenn von der Gemeinsamkeit regionaler Kultureinrichtungen gesprochen wird, dann darf auch das Oderbruch Museum Altranft nicht fehlen. Als kultureller Ankerpunkt und bedeutsam für das europäische Kulturerbesiegel schließt sich der Kreis der Kooperativen.
Die Kooperation des Gustav Seitz Museums mit dem Oderbruch Museum Altranft und dem Brecht-Weigel-Haus bildet sich nun sichtbar in einem Museumsticket ab, welches ab sofort für Gäste an allen drei Orten erhältlich ist. Wie es funktioniert, ist einfach gesagt: beim Besuch im ersten Museum zahlen die Gäste den vollen Eintritt; besuchen sie im Anschluss die beiden anderen Museen, erhalten sie dort den ermäßigten Eintrittspreis. Das Ticket hat eine Gültigkeit von 12 Monaten.
Als Besuchstipp geben die drei Einrichtungen im Landkreis Märkisch-Oderland die „Gedenkstätte und Museum Seelower Höhen“ und das „John Heartfield Haus“ in Waldsieversdorf den Gästen im Flyer mit auf den Weg. Damit werden Vertreter der vielfältigen Museumssparten in den Blick genommen. Der Leiter des Programmbüros im Oderbruchmuseum, Dr. Kenneth Anders, meint dazu: „Reichtum und Vielfalt einer Kulturregion erschließen sich am besten, wenn man sie an mehreren Orten kennenlernt. Es ist deshalb schön, dass diese drei Museen im Landkreis nun aufeinander verweisen und kleine Anreize für ihre Besucher schaffen, auch die anderen Einrichtungen kennenzulernen.“