Wenn nach kalter Nacht die Batterie streikt - Keine Experimente bei der Starthilfe
Wenn nach kalter Nacht die Nacht die Autobatterie streikt, greifen viele zum Starthilfekabel, um ihr Fahrzeug wieder flott zu machen. Die Sachverständigen von DEKRA warnen jedoch vor Übereifer: „Wer sich nicht auskennt, sollte besser den Pannendienst rufen. Es sind eine Reihe von Sicherheitshinweisen zu beachten, will man nicht mehr schaden als nutzen“, so die Experten.
Eine unsachgemäß durchgeführte Starthilfe kann nicht nur Schäden an Kabelbaum und Elektronik verursachen, sondern auch eine Explosion auslösen. Wer trotzdem selbst Hand anlegt, sollte sich auf jeden Fall die Zeit nehmen, die Warnhinweise des Automobilherstellers in der Betriebsanleitung und die Hinweise des Kabelherstellers zu lesen.
Dabei sind vor allem folgende Punkte zu beachten:
Explosionsgefahr. Bei der Starthilfe fließt ein hoher Ladestrom durch die ‚leere‘ Batterie. Dabei kann Gas austreten, das ein explosives Knallgasgemisch bildet. Damit es sich nicht entzündet, darf in der Nähe nicht geraucht werden, auch Funken und offene Flammen sind zu vermeiden. Ganz wichtig: Schließen Sie die Starthilfekabel unbedingt richtig an, achten auf Polung und Kontaktierung, und Halten beim Anschließen immer die korrekte Reihenfolge ein.
Kurzschlussgefahr. Die blanken Teile der Kabel bzw. Anschlussklemmen dürfen sich nicht berühren. Andernfalls kann es zum Kurzschluss mit starker Funkenbildung kommen. Beim Anschließen ist auf die richtige Polung zu achten. Werden die Klemmen an den falschen Batteriepolen angeschlossen, können nicht nur die Starthilfekabel, sondern auch die Batterie und die Fahrzeugelektronik beschädigt werden. Auch sind die Kabel von drehenden Teilen im Motorraum fernzuhalten.
Gleiche Spannungslage. Grundsätzlich gilt: die Batterien der beiden Fahrzeuge müssen die gleiche Spannung haben. Nutzfahrzeuge haben in der Regel ein 24 Volt Bordnetz. Bei Pkw beträgt die Bordspannung üblicherweise 12 Volt.
Vorsicht Frost. Ein Fahrzeug mit einer eingefrorenen Batterie darf nicht fremdgestartet werden. Dabei kann die Batterie platzen. Eine gefrorene oder aufgetaute Batterie darf nicht wieder aufgeladen werden, sondern muss getauscht werden.
Starthilfepunkt. Bei Spender-Fahrzeugen mit Start-Stopp-Automatik oder Energierückgewinnung darf das schwarze Minuskabel nicht an den Minus-Pol der Batterie angeschlossen, sondern wird an einen speziellen Starthilfepunkt im Motorraum angedockt.
Starthilfekabel. Für die Starthilfe sind nur gut isolierte Kabel geeignet, die einen ausreichenden Kabelquerschnitt laut Betriebsanleitung des Fahrzeuges haben. Beachten Sie auch die Hinweise des Kabel-Herstellers. Bei Benzin- und Dieselfahrzeugen können sich die Anforderungen unterscheiden. Die Kabel sollten der DIN 72553 entsprechen oder ein GS-Zeichen tragen.
So geht‘s: Die richtige Reihenfolge
Ganz wichtig bei der Starthilfe: achten Sie beim Anschließen der Starthilfekabel genau auf die richtige Polung und Kontaktierung sowie die korrekte Reihenfolge, erinnern die Experten von DEKRA.
Und so geht’s:
Eine Klemme des roten Kabels an Pluspol der leeren Batterie
Die zweite Klemme des roten Kabels an Pluspol der Spenderbatterie
Eine Klemme des schwarzen Kabels an Minuspol der Spenderbatterie
Wichtig: Die zweite, letzte Klemme des schwarzen Kabels kommt an eine unlackierte Metallstelle (Massepunkt) des Motorblocks am Pannenauto, so weit weg wie möglich von der leeren Batterie
Zuerst den Motor des Spenderfahrzeuges starten und laufen lassen. Erst dann das Pannenfahrzeug starten. Springt der Motor nicht innerhalb von 10 Sekunden an, eine Minute bis zum nächsten Versuch warten.
Nach dem Starten des Pannenfahrzeuges die Klemmen der Starthilfekabel in umgekehrter Reihenfolge entfernen.
DEKRA Info