1. Welches ist Ihr Lieblingsplatz in Strausberg?
Mein Lieblingsplatz ist dort, wo man spürt, was Strausberg wirklich ausmacht.
Auf dem Sportplatz, in der Halle, am Vereinsheim.
Dort stehen Eltern am Rand, Trainer investieren ihre Freizeit und Kinder lernen, was Zusammenhalt bedeutet.
Da wird nicht lange geredet, da wird gemacht.
Wer das einmal erlebt hat, weiß:
Strausberg lebt vom Miteinander. Und genau das liebe ich.
2. Wenn Sie gewählt werden, welches sind die Maßnahmen, die Sie in den ersten 100 Tagen auf den Weg bringen wollen?
Ich fange nicht bei null an.
Ich bin bereits mittendrin.
In den vergangenen Monaten habe ich viele Gespräche geführt.
Mit Strausbergerinnen und Strausbergern, mit Ehrenamtlichen, mit Verwaltungsmitarbeitenden, mit Unternehmerinnen und Unternehmern sowie mit Schulen und Kitas. Diese Gespräche werde ich fortführen.
Vertrauen entsteht nicht in einem Termin, sondern durch Dranbleiben.
In den ersten 100 Tagen will ich das Gehörte ordnen, Prioritäten setzen
und offen sagen, was kurzfristig möglich ist und was Zeit braucht.
Ich verspreche keine schnellen Wunder.
Aber ich verspreche, dass Gespräche die Grundlage für verlässliches Handeln sind.
3. Der Straussee ist das Juwel der Stadt. Der Wasserstand bereitet vielen Strausbergern Sorgen. Welche konkreten Schritte wollen Sie unternehmen?
Der Straussee ist kein Wahlkampfthema.
Er gehört zu unserem Leben in Strausberg.
Ich verspreche keine einfachen Lösungen.
Aber ich verspreche Ehrlichkeit.
Kurzfristige Maßnahmen können Zeit verschaffen.
Die eigentliche Lösung liegt langfristig.
Ich stehe klar für ein regionales Klärwerk.
Das ist aufwendig und es kostet Geld.
Aber Nichtstun wird am Ende teurer.
Bis die große Lösung steht, setze ich auf gemeinsames Anpacken.
Ein Aktionstag an der Badeanstalt mit Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Unternehmen kann zeigen,
dass Verantwortung bei uns gemeinsam getragen wird.
4. In Strausberg müssen einige Straßen instandgesetzt werden, beispielsweise die Berliner Straße. Viele Autofahrer sind von Staus gerade am Morgen und zum Feierabend genervt. Welchen Plan haben Sie für die Verkehrsentwicklung in unserem Ort?
Verkehr ist kein Ideologiethema.
Er ist Alltag.
Mir geht es nicht um Auto gegen Fahrrad oder Bus gegen Fußweg.
Mir geht es darum, dass alle sicher und vernünftig ankommen.
Für mich ist klar:
Der Behindertenbeirat, der Seniorenbeirat sowie das Kinder- und Jugendparlament
müssen bei Verkehrsfragen zwingend einbezogen werden.
Und sie müssen ernst genommen werden.
Verkehr muss für alle Altersgruppen funktionieren.
Für Kinder auf dem Schulweg, für Menschen mit Einschränkungen
und für ältere Menschen ebenso wie für Berufspendler.
Verkehr muss zusammen gedacht werden.
Und Veränderungen müssen erklärt werden.
Menschen akzeptieren Neues eher,
wenn sie verstehen, warum es sinnvoll ist
und wenn ihre Erfahrungen gehört werden.
5. Wie wollen Sie, dass sich Strausberg entwickelt in den Bereichen Gewerbe, Kultur und Einwohnerzahl?
Strausberg soll sich entwickeln.
Aber mit Augenmaß.
Ich stehe nicht für Stillstand.
Aber auch nicht für Wachstum um jeden Preis.
Mir ist wichtig, dass Familien hier bleiben können,
dass ältere Menschen sich sicher fühlen
und dass junge Menschen Perspektiven haben.
Gewerbe, Wohnen und Kultur gehören zusammen.
Stadtentwicklung ist Teamarbeit.
6. Sehr viele Strausberger engagieren sich in ihrer Freizeit in Sport- oder Kulturvereinen. Einige sind in der ganzen Welt bekannt. Manche dieser Freizeiteinrichtungen haben Kummer mit Trainingsorten und Ausstattung. Wie wollen Sie dafür sorgen, dass diese einmalige Vereinslandschaft erhalten bleibt?
Vereine sind das Rückgrat unserer Stadt.
Ich weiß das aus eigener Erfahrung.
Viele Strausberger Unternehmen unterstützen Vereine bereits heute.
Materiell, finanziell und oft ganz selbstverständlich im Hintergrund.
Mir ist wichtig, dieses Engagement sichtbar zu machen.
Zum Beispiel durch öffentlichkeitswirksame Auszeichnungen wie
„Unternehmer mit Herz“.
So zeigen wir, dass Ehrenamt und wirtschaftliches Engagement
in Strausberg zusammengehören und Wertschätzung verdienen.
Gleichzeitig möchte ich Vereine entlasten.
Unnötige jährliche Meldungen, etwa zu Vereinszahlen, sollen entfallen.
Solche Angaben sollen nur noch dann nötig sein,
wenn sich tatsächlich etwas verändert.
Weniger Bürokratie bedeutet mehr Zeit für das, was zählt:
Engagement, Gemeinschaft und Zusammenhalt.
7. Andere Städte haben große Neubaugebiete ausgewiesen und dadurch viele neue Einwohner gewonnen. In Strausberg sollen vorhandene innerstädtische Flächen zuerst genutzt werden. Wie ist Ihre Meinung zu diesem Thema?
Ich setze klar auf Innenentwicklung.
Bevor neue Flächen verbraucht werden.
Gleichzeitig sage ich auch:
Wo Erweiterung sinnvoll ist und zu Strausberg passt,
soll sie möglich sein.
Wichtig ist mir, dass neue Baugebiete gut angebunden sind
und Infrastruktur mitgedacht wird.
Schulen, Kitas, Verkehr und Versorgung gehören von Anfang an dazu.
Entscheidend ist Transparenz.
Menschen müssen wissen, was geplant ist und warum –
und zwar bevor der Bagger rollt.
So entsteht Entwicklung mit Augenmaß.
Und mit Akzeptanz.
8. Die Digitalisierung und Organisation der Verwaltungsarbeiten der Stadtverwaltung mit immerhin 350 Mitarbeitern ist ein großes Thema. Welche Strategie haben Sie hier?
Eine gute Verwaltung lebt von den Menschen, die dort arbeiten.
Sie leisten viel und tragen täglich Verantwortung.
Mir ist wichtig, dass Mitarbeitende Unterstützung bekommen.
Durch klare Abläufe, realistische Erwartungen
und einen respektvollen Umgang.
Digitalisierung kann helfen und sie darf weiter vorangebracht werden.
Im Bürgerbüro ist bereits einiges umgesetzt worden.
Darauf können wir aufbauen.
Als ehemalige Unternehmerin eines IT-Systemhauses bringe ich dafür Erfahrung mit.
Mir ist wichtig, dass Technik Arbeit erleichtert
und nicht zusätzlich belastet.
Genauso wichtig bleibt für mich die persönliche Ansprechbarkeit der Verwaltung.
Nicht jeder kann oder will alles digital erledigen.
Niemand darf zurückbleiben.
Eine moderne Verwaltung ist digital und menschlich zugleich.
9. Wo sehen Sie die Stadt Strausberg in 30 Jahren?
Ich sehe eine Stadt, die sich weiterentwickelt hat,
ohne sich zu verlieren.
Eine Stadt mit lebendigen Vereinen,
einer starken Gemeinschaft
und einer Verwaltung, die verlässlich funktioniert.
Strausberg muss nicht die lauteste Stadt sein.
Aber eine, auf die man stolz ist.
Strausberg, 13.01.26
Annette Binder „Strausberg kenn´ ich- Strausberg kann ich“.