
Eingerichtet von Gerhard Ahrens
Texte und Szenen erinnern an das legendäre Kabarett Die Pfeffermühle, das 1933 von Erika und Klaus Mann, der Schauspielerin Therese Giehse und dem Pianisten Magnus Henning in München gegründet wurde. Mit Satire, Ironie und sprachlicher Präzision stellte sich das neue »literarische Cabarett« gegen Intoleranz, Rassismus und Gewalt. Nur wenige Wochen nach seiner gefeierten Uraufführung musste die Gruppe vor den Nationalsozialisten in die Schweiz fliehen, wo sie in Zürich ihre Arbeit fortsetzte. Von 1933 bis 1936 trat das Ensemble mehr als eintausend Mal auf – in Bern, Basel, Amsterdam, Prag und Brüssel.
Erika Mann wurde infolge ihrer Beteiligung an der Pfeffermühle 1935 die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. Wegen des zunehmenden politischen Drucks emigrierte das Kabarett 1937 in die USA, wo jedoch der Erfolg ausblieb und es sich in der Folge auflöste. In den Texten der Pfeffermühle spiegeln sich die Abgründe ihrer Zeit, das Exil, die Angst vor der Zensur und der feste Glaube an die moralische Kraft des Wortes.
Mit Witz und Schärfe entlarvte Die Pfeffermühle die Sprachmuster und Mythen des Dritten Reichs. Ihre Stücke sind frühe Zeugnisse einer Haltung, die das Denken, Schreiben und Spielen als Akt zivilen Widerstands verstand. Caroline Peters und Martin Brambach lassen am Vorabend des Gedenkens an den 20. Juli 1944 diese wichtige Stimme des Widerstands wieder hörbar werden – eindringlich, präzise und in ihrem geistigen Mut bis heute vorbildlich.
Neben ihrem Engagement am Burgtheater in Wien ist Caroline Peters auf den großen deutschsprachigen Bühnen zu Hause. Im Salzburger Jedermann spielte sie die Buhlschaft und sie tritt regelmäßig an der Berliner Schaubühne auf. Im Fernsehen ist sie durch ihre Rolle in Mord mit Aussicht zum Star geworden, im Kino war sie u.a. mit den Komödien Der Vorname, Der Nachname, Der Spitzname und zuletzt mit Die Unschärferelation der Liebe erfolgreich. Sie ist u. a. Trägerin des Grimme-Preises und des Nestroy-Theaterpreises. Zweimal wurde sie zur Schauspielerin des Jahres gekürt. Im Herbst 2024 legte sie mit Ein anderes Leben ihr gefeiertes Romandebut vor.
Neben langjährigen Engagements am Burgtheater und an anderen wichtigen Theatern ist Martin Brambach als einer der vielseitigsten Schauspieler des deutschen Films mit über 150 Rollen bekannt. Er spielt u. a. den Dresdner Tatort-Kommissar Schnabel, für dessen Darstellung er den Grimme-Preis erhielt, und war in so erfolgreichen Produktionen wie der Verfilmung von Schirachs Schuld und Thomas Vinterbergs Kursk zu sehen.
Eintritt: € 25,- /
ermäßigt und NHB-Card € 20,-