Angela Brunner stellt in der Försterklause aus - 07.12.2003 | Fotogalerie
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Angela Brunner stellt in der Försterklause aus
Schauspielernde Malerin oder malende Schauspielerin
(ws) Kunst im Doppelpack erlebten Besucher am zweiten Advent in der Försterklause bei der Eröffnung der derzeitigen Ausstellung von Angela Brunner. Zum Anlaß gab es einen spannenden Einstieg.
Die Schauspielerin brillierte gemeinsam mit ihrer Kollegin Dietlinde Greiff erst einmal mit dem Liebeslyrik-Auftritt „Von Goethe bis Strittmatter“. Mindestens 10 derartige Programme hat die Künstlerin in ihrem Repertoire. Bekannt ist sie aus vielen Film- und Fernsehproduktionen. Im antifaschistischen DDR-Kultstreifen „Nackt unter Wölfen“ spielte sie in der einzigen weiblichen Rolle die Hortense. 12 Jahre nistete sie sich als Puppendoktorin Pille in Kinderherzen ein. Sie war am Kleist-Theater Frankfurt (Oder), Hans-Otto-Theater Potsdam und Deutschen Theater Berlin engagiert. Auch nach der Wende konnte sie ihrem Beruf in einer Reihe von Filmen treu bleiben. Begleitet wurde sie zur Vernissage von ihrem Partner, dem Schriftsteller Walter Kaufmann, der demnächst seinen 80-sten Geburtstag feiert. Die Jahre sieht man ihm nicht an. Er verbrachte sie auf drei Kontinenten und schöpfte aus intensiven Begegnungen mit Menschen den Stoff für packende Reportagen. Der Meister der Kurzprosa schuf Romane, Erzählungen und Jugendbücher. Nach der Wende war er bis 1993 Generalsekretär des PEN-Zentrums Deutschland (Ost). Er stellte sich einer Zäsur, in dem er sich zwang, 33 Tage lang täglich eine Geschichte zu schreiben. So entstand das mitgebrachte Buch „Die Zeit berühren“. Als passionierter Theatergänger schreibt er seit kurzem Theaterkritiken. Bücher „verschlingend“ verfaßt er im 14-tägigen Turnus Buchkritiken. Seine Frau ist ab dem 14. Lebensjahr nicht nur ein sich politisch bekennender und vor allem für den Frieden streitender Mensch. Seit dieser Zeit malt sie auch ohne Unterbrechung. Bei ihrer Doppelbegabung war sie zwar gefordert, sich auf die Schauspielerei zu konzentrieren, aber es gab bei allen großen Aufgaben am Theater und den Dreharbeiten immer genug Zeit für die andere Leidenschaft. Ausgerüstet mit den Grundlagen, die sie beim Studium an der Hochschule für Angewandte Kunst Berlin-Weißensee und der Käthe Kollwitz Kunstschule Reinickendorf erwarb, beherrscht sie herkömmliche Malweisen, drückt sich gekonnt in Altmeistertechniken aus. Ihre Portraits sind nicht „konterfeit“. Immer geben sie etwas von der Seele ihrer Modelle preis, die sie gut kennt oder kennengelernt hat. Landschaften sind ihr hauptsächlich wichtig als Basismotiv im Hintergrund. Angela Brunner fällt es weniger schwer, mit der schwierigen Auftragssituation in der Schauspielerei fertig zu werden. Wenn es ihr auch wie anderen ihrer Zunft gegen den Strich geht, ihre darstellerische Kunst nicht für den Broterwerb einsetzen zu können. Sie malt einfach öfter und intensiver, verwendet auf Kosten von Zeichnungen mit gewachsener Neigung kontrastreiche Farbkompositionen. Einen Widerwillen hat sie gegen Macharten, die nur zustande kommen, um interessant zu erscheinen. Da besinnt sie sich lieber wie ein Schulkind auf das malerische ABC. Schließlich ist bei ihr der Blick für schöne Dinge Voraussetzung. Und zu gerne möchte sie andere, die daran noch vorbeigehen anregen, sie auch zu sehen.

Wann: 07.12.2003,
Petershagen


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