Nachnutzung militärischer Flächen im Blick - 23.09.2022 | Fotogalerie
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Nachnutzung militärischer Flächen im Blick
Fläche vom Mühlenweg bis zur Straße am Flugplatz
Urheber: Uwe Spranger (Stadtverwaltung Strausberg) Was sich auf einer großen früheren Militärliegenschaft im Nordosten Strausbergs entwickeln soll, haben die Stadt, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) und die Strausberger Wohnungsbaugesellschaft (SWG) jetzt beim diesjährigen Konversionssommer vorgestellt. Im Rahmen der 25. Auflage war Strausberg Gastgeber für das Forum für Konversion und Stadtentwicklung im Land Brandenburg (FOKUS), ein Netzwerk von Kommunen und Institutionen, die ehemalige Kasernen einer anderen Nutzung zuführen wollen oder bereits zugeführt haben.

Bürgermeisterin Elke Stadeler berichtete zum Auftakt über gelungene Beispiele in der Stadt wie die zivile Nutzung von Flugplatz oder Sport- und Erholungspark, erworbene Gebäude, die nun Heimstatt von Vereinen sind, und Wohnungsbauprojekte. Auch auf einem kleinen Teil der insgesamt knapp 28 Hektar der einstigen Vorschriftenstelle und der „Propaganda-Brigade“ am Mühlenweg stehen inzwischen Ein- und Mehrfamilienhäuser. Das Areal wurde 2013 an private Interessenten veräußert.

Nun soll der weitaus größere Teil des Geländes, das bis zur Straße Am Flugplatz reicht, entwickelt werden. Die Stadtverordneten hatten Mitte 2020 die Aufstellung eines Bebauungsplans für die eingezäunten etwa zwei Drittel des Areals beschlossen. Ende August haben Stadt und BIMA einen Kostenübernahmevertrag für die Planung unterschrieben, so dass nun die Vorbereitungen für die Suche nach einem entsprechenden Büro beginnen können. Wie Stephan Regeler, Hauptstellenleiter Verkauf Berlin-Brandenburg der BIMA, erläuterte, sieht ein Erschließungs- und Parzellierungskonzept angrenzend an den Komplex Otto-Grotewohl-Ring und an den seitlichen Flanken Mehrfamilienhaus-Bereiche vor, abtreppend Richtung Mittelfeld dann Reihen- und Einfamilienhäuser. Ein Bestandsgebäude nahe der Einfahrt ist für den Gemeinbedarf vorgesehen, und das Wäldchen soll als öffentliches Grün an die Stadt gehen. Die Haupterschließung ist über zwei Achsen Richtung Grotewohl-Ring vorgesehen. Man werde „partnerschaftlich weiterarbeiten“, versicherte Regeler. „Ich bin zuversichtlich, dass wir in einem Jahr deutlich weiter sind.“

Einen Teil der Fläche will die BIMA der Strausberger Wohnungsbaugesellschaft (SWG) verkaufen, damit diese dort Mehrfamilienhäuser bauen kann. Vorgesehen sind nach Darstellung von SWG-Geschäftsführer Markus Derling nicht mehr lange Blockzeilen, sondern aufgelockerte Bebauung mit 17 Gebäuden mit drei Geschossen plus ggf. Staffelgeschoss. Entstehen könnten nach derzeitigen Ideen knapp 240 Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen mit im Schnitt 75 Quadratmetern. Etwa ein Viertel davon sollen Sozialwohnungen mit entsprechender Förderung werden. Derling machte allerdings deutlich, dass sich durch die Steigerung der Baupreise und die unwägbare weitere Entwicklung die Finanzierungsfrage anders stelle als vor zwei Jahren. Trotz systematischer und kompakter Bauweise wären bislang übliche Mietpreise für Neubau nicht zu halten. Und bis Baurecht geschaffen sei, dauere es bestimmt noch zwei Jahre. Die SWG sei aber weiter interessiert, suche nach Lösungen und er bleibe optimistisch.

Ganz andere Beispiele für Konversion hatte zuvor Prof. Till Weber von der Universität Ryukyu auf Okinawa (Japan) präsentiert. Dort wurden einige Liegenschaften, die nach dem zweiten Weltkrieg die US-Amerikaner als Militärbasen besetzt hatten, inzwischen wieder zurückgegeben. Das Gros der Flächen ist dort aber in Privatbesitz, so dass wirtschaftliche Interessen der Eigentümer stärker zum Tragen kommen und die breite Öffentlichkeit nicht beteiligt wird. Mit Überredungskunst und Bodenneuordnungsverfahren werde versucht, Flächen für öffentliche Nutzung zu generieren. Und es gibt noch einen gravierenden Unterschied zu Deutschland: Während hier manches auch aus Denkmalschutzgründen erhalten bleibe, werde in Japan die Konversionsfläche vom Staat komplett beräumt übergeben, blieben weder Häuser stehen noch Straßen erhalten.

Wann: 23.09.2022

Mühlenweg,
Strausberg

Veranstalter: Stadt Strausberg

Hegermühlenstraße 58, 15344 Strausberg

Tel.: 03341 / 38 11 00



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