Geschichten von Damals

Damals war's
Lesen Sie interessante Geschichten und spannende Sagen, wie sie über Strausberg erzählt wurden. Herausgekramt und nacherzählt aus den Archiven des Heimatmuseums Strausberg.

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Der Alte Fritz in Strausberg


Im September des Jahres 1765 entschloß sich König Friedrich II. das 3. Musketier-Bataillon, ein Regiment des Grafen von Kunheim, in Strausberg persönlich in Augenschein zu nehmen. Auch der Magistrat der Stadt wurde darüber in Kenntnis gesetzt, denn dass seine Majestät in Strausberg übernachtete, war selbstverständlich bei den schlechten Straßenverhältnissen, zumal die Reise von Berlin bis hierher einen ganzen Tag bedurfte.

Ein geeignetes Quartier ließ sich schnell finden. Kurzer Hand mußte ein Offizier seine Unterkunft bei der Familie Krause räumen. Ringsherum war großes Aufräumen angesagt. Der Alte Fritz liebte Überraschungen und so erschien er entgegen der Erwartung bereits am Vormittag.

Wie heißt es so schön: Der Mensch denkt, Gott lenkt. Den ganzen Tag drohten schon schwere Regenwolken ihre Schleusen zu öffnen. Sie taten es, als der König das Bataillon besuchte. Mißmutig in seinem Quartier angekommen, befahl er, den großen Kamin anzuheizen, um sich zu erwärmen und seine Kleider zu wechseln. Die Hausfrau machte sofort ein Feuer.

Leider zog der Rauch nicht zum Schornstein hinaus, sondern füllte das Zimmer des Königs. Der Alte Fritz verließ fluchtartig den Raum und stand, umgeben vom Offizierskorps, auf der Straße. Der Bürgermeister, die Ratsherren und Offiziere schimpften - aber drinnen rauchte und draußen regnete es munter weiter.

Plötzlich stand Frau Krause mit einem triumphierenden Gesicht vor den Anwesenden. In den Händen hielt sie eine stark verschmutzte lange Unterhose, die in der Kaminröhre gesteckt hatte. Der Übeltäter war schnell gefunden, es war der Offizier, der vor dem König das Zimmer bewohnte.

Als der Rauch beseitigt war, zog der König lachend wieder ein. Noch Jahre später erzählte er über seinen Strausberg-Besuch: er sei in dem verfluchten Loch ausgeschmöckert worden.

(Entnommen aus Oberbarnimer Kalender 1929 von W. Sternbeck)

Ein Dankeschön an das Strausberger Heimatmuseum, das es uns ermöglichte, diese Geschichte zu veröffentlichen.
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