Geschichten von Damals

Damals war's
Lesen Sie interessante Geschichten und spannende Sagen, wie sie über Strausberg erzählt wurden. Herausgekramt und nacherzählt aus den Archiven des Heimatmuseums Strausberg.

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Vom Schützen- über Volkshaus zum Seegasthof


Die Entstehung des Schützenwesens reicht in Deutschland bis weit in das Mittelalter zurück. Die Bruderschaften hatten damals die Aufgabe, Haus und Hof vor Dieben und Räubern zu schützen. Es blieb aber nicht nur beim Selbstschutz. Die Schützen nahmen auch an öffentlichen Festlichkeiten teil.

Ab dem 17. Jahrhundert traten dann bezahlte Söldner an ihre Stelle. Somit verloren die Schützengilden ihre militärischen Aufgaben und gingen dazu über, Feste mit Schießübungen und Wettbewerben zu veranstalten. Folglich wurden ab dem 18. Jahrhundert aus den ehem. militärischen Schützengilden nun rein bürgerliche Vereinigungen.

In Strausberg wurde im November 1840 der Grundstein durch ein sechsköpfiges Komitee für die Bildung einer Schützengilde gelegt. Bereits am 16. April 1841 genehmigte der Magistrat der Stadt den Verein. Schon am 1. Juni 1842 wurde das erste Königs- und Pfingstschießen durchgeführt. Die Schützenkompanie führte vor dem Landsberger Tor auf dem heutigen Fichteplatz ihr erstes Schießfest, ein riesiges Volksfest, durch.

Nach einem Situationsplan von Eduard Bertschy begann 1841 der Bau des Schützenhauses auf dem Galgenberg, der dafür vom Magistrat unentgeltlich zur Verfügung gestellt wurde. Durch rege Beteiligung der zur Gilde gehörenden Bauhandwerker, konnte der Bau bereits Angang Mai 1842 fertiggestellt werden. Zwischen 1844 und
1852 sowie 1872 und 1888 erfolgten noch Erweiterungsbauten bzw. diverse bauliche Veränderungen.

Mehrmals wechselten Pächter und Käufer des Schützenhauses, unter ihnen befand sich sogar ein türkischer Prinz namens Dr. Naji el Assil Bey. Nach 1945 wurde es in Volkshaus umbenannt. Regelmäßig fanden nun Tanzveranstaltungen statt, natürlich mit eigener Hausband, den Red Diamonds, die sich später aufgrund des politischen Drucks nur noch Diamanten nannten.

Im Jahre 1983 brannte das Volkshaus teilweise aus und wurde erst 1985 nach umfangreichen Rekonstruktionsarbeiten wieder eröffnet. Jährlich besuchten bis 1989 über 50.000 Gäste das Haus.

Anfang der 1990-er Jahre entstand ein selbstverwaltetes Jugendobjekt, wo ehrenamtliche Helfer Zirkel und Diskussionsrunden entwickelten. Der große Saal wurde zur Disco umgestaltet, in der bis 1994 auch bekannte Gruppen auftraten.

Im Jahre 2002 kaufte die Strausberger Wohnungsbaugesellschaft GmbH das inzwischen zur Ruine gewordene Haus und ließ es abreißen. Noch im selben Jahr war das alte Bauwerk verschwunden. Schon ein Jahr später, am 4. April 2003, wurde der Grundstein für ein neues Haus gelegt, in das im Jahre 2004 neben Gastronomie verschiedene gesundheitliche Einrichtungen in das neue Haus zogen.

Im Seegasthof, dem ehem. Schützen- und Volkshaus, begrüßen nun die Wirtsleute Uschi und Uwe Heep herzlich ihre Gäste im drei Sterne Restaurant und Familienhotel bei süddeutscher gut-bürgerlicher Küche sowie original brandenburgischen Spezialitäten. Den Besucher erwartet ein gemütlich eingerichtetes Restaurant und bei schönem Wetter auch die Cafè-Terrasse und der Biergarten direkt am Straussee.

Wir danken Frau Karlson vom Heimatmuseum. Quelle: Broschüre `1842 vom Schützenhaus ... 2002 zum Volkshaus`.
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