Geschichten von Damals

Damals war's
Lesen Sie interessante Geschichten und spannende Sagen, wie sie über Strausberg erzählt wurden. Herausgekramt und nacherzählt aus den Archiven des Heimatmuseums Strausberg.

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Entwicklung von Strausbergs Handwerk und Gewerbe


Alles begann auf dem Berg am Straussee. Mit Errichtung der markgräflichen Burg zu Beginn des 13. Jahrhunderts entwickelte sich langsam die Stadt Strausberg, die damals noch Struzberg hieß. Zu gunsten der neuen Ortschaft am Fuße der Festung verlegte man extra eine alte Handelsstraße so, dass der Weg von Köpenick über Wriezen bis nach Stettin durch Strausberg führte. Dank dieser weisen Entscheidung der brandenburgischen Markgrafen Johann I. und Otto III wurde der Ort zu einem lokalen Handels- und Gewerbezentrum. Von nun an hielten die Bürger ihre Wochen- und Jahrmärkte in Strausberg ab.

Als erste Handwerker wurden 1309 Fleischer urkundlich erwähnt. Später kamen Tuch-, Schuhmacher sowie alle damit verbundenen Gewerke und die Bäcker dazu. Teilweise betrieben die Bürger Ackerbau. Ein recht einträgliches Gewerbe hatten die Brauereien. In einer Chronik von 1572 fand das Strausbergische Bier eine `rühmliche Erwähnung`. Immerhin stand es an 3. Stelle in der Mark Brandenburg. In mehreren Weingärten baute man Wein an. Er nahm seinen Weg bis in den Berliner Ratskeller.

Vereinzelt ließen sich Schmiede, Zimmerleute, Leineweber, Schneider und Böttger sowie Händler nieder. Am Fischerkietz siedelten sich 9 Fischerfamilien an und am Lindenplatz stand um 1515 ein Ziegelofen zum Brennen von Ziegel- und Dachsteinen. Um 1600 gab es bereits ca. 50 Tuchmacher. Durch den dreißigjährigen Krieg kam das Handwerk fast zum Erliegen. Doch in den Folgejahren erholte sich die Stadt von den vielen Verlusten, sodass sich Strausberg nach 1700 sogar zu einer Tuchmacherstadt entwickelte. Hauptsächlich wurden leichte Stoffe wie Flanell und Futterboy hergestellt. Die Tuchmacher schafften es bis zum Hauptlieferanten der Preußischen Armee.

Größere Manufakturen entstanden nicht. Maschinen und Dampfkraft kamen in unserer Region nicht zum Einsatz. Die Forstwirtschaft und deren Nutzung brachten aber Strausberg beträchtliche Einnahmen.

Mit der europaweiten Industrialisierung, wurde auch Strausberg im Oktober 1867 durch das Eisenbahnnetz mit dem Berliner Wirtschaftsraum verbunden. Der Aufschwung kam und brachte den Tuch- und Schuhmachern Lohnaufträge von Berliner Kaufleuten und Fabrikanten, bis 1885 die Beschäftigungszahl drastisch zurückging. Erst 1897, als sich mehrere Schuh-, eine Knopf- und eine Pianoforte-Fabrik gründeten, nahm die Zahl der Arbeitslosen ab.

Mit der Strausberger Eisenbahn wurde 1893 der Vorortverkehr von und nach Berlin verbessert. Immer mehr Sommerwohnungen, Gasthäuser und Lokalitäten siedelten sich an und stellten sich auf den Fremdenverkehr ein. Diese städtische Politik wurde bis zum II. Weltkrieg betrieben. Strausberg war der `Luftkurort` für viele Berliner.

Quelle: Strausberger Stadtführer 1994/95
Unser Dank gilt dem Heimatmuseum Strausberg.
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