Geschichten von Damals

Damals war's
Lesen Sie interessante Geschichten und spannende Sagen, wie sie über Strausberg erzählt wurden. Herausgekramt und nacherzählt aus den Archiven des Heimatmuseums Strausberg.

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Strausbergs Stadtmauer


Auf der Hochfläche des Barnims, inmitten einer seen- und waldreichen Landschaft, errichteten 1225 wettinische Markgrafen ihr Herrschaftszentrum. Die Burg entstand an der höchsten Stelle am Ostufer des Straussees. Strategisch gesehen, lag sie in einer guten Position, immerhin 20 Meter über dem See. Als am Lindenplatz eine Marktsiedlung entstand, bauten die Bürger einen Schutzwall samt Palisadenwand um ihre Ortschaft.

Erst um 1240 wurde die Stadt gegründet. Sie lag im Mittelalter an der wichtigen Handelsstraße `Via Regia` und war daher von großer Bedeutung. Nach dem Bau der Feldsteinkirchen St. Marien und St. Nikolai begannen die Bürger westlich des Landsberger Tores auf dem vorhandenen Wall eine Stadtmauer aus Feldsteinen zu errichten. Mehrere Zinnen wurden eingeplant, die die Strausberger später zur Verteidigung nutzen konnten. Die Öffnung der Zinnen ragten 4 Meter über den Wall nach außen. Von hier aus konnten sie bequem ihre Armbrust auflegen und den Feind somit sicher abwehren. Bemerkenswert waren die 36 Wikhäuser (Halbtürme), versehen mit Schießscharten und Wurfluken. Eines ist bis heute in der Georg-Kurtze-Straße 3 erhalten geblieben. Sie dienten der Verteidigung anstelle von Wehrgängen sowie zur Erhöhung der Stabilität der Stadtmauer. Im Innern der Häuser führten Stiegen nach oben. Aus den Luken bewarfen die Verteidiger die Angreifer mit Steinen und überschütteten sie mit heißem Pech. Bei Bedarf konnten die Luken auch geschlossen werden. Für die Außenseite der Stadtmauer wurde qualitativ besserer Mörtel verwendet. Behauende Feldsteine sorgten für weiteren Schutz. Denn an glatten Wänden lässt es sich schlecht hochklettern. Drei Tore, das Landsberger, Müncheberger und das Wriezener Tor, sowie eine Pforte zum Fischerkietz ermöglichten einen Durchlass in die Stadt.

Im 15. Jh. baute man die offenen Schalen- zu Volltürmen um und bedingt durch die neue Kriegsführung wurde die Mauer auf 7,50 Meter erhöht. Trotzdem schafften es die Quitzows 1402 und 1407 Strausberg zu erobern und niederzubrennen. Und schlecht erging es den Bewohnern auch 1432, als die Hussiten die Stadt überfielen. Danach leisteten die Strausberger jahrelang keine Abgaben an das Land, weil sie alles in die Erneuerung ihrer Befestigungsanlage stecken mussten. Jeder war verpflichtet, daran mitzuwirken.

Als die militärische Bedeutung der Begrenzung im 17. Jh. nachließ, übergaben die Stadtoberen den Anliegern den inneren Wehrgang und die Grundstücke am See vor der Stadtmauer. In der darauffolgenden Zeit wurde die Befestigung vielfach ausgebessert und das nicht immer fachgerecht. In den 1920er und 1970er Jahren erfolgte die Instandsetzung mit Zement (damals mit Lehm), was sich erst später als problematisch darstellte.

Langfristig wird Strausbergs historisches Denkmal mit Stadtbau-Fördermitteln nun wieder überholt. Im Juli des Jahres 2008 begann die Sanierung an der Ostseite zwischen Wall-, Müncheberger Straße sowie am Buchhorst auf einer Länge von 279 m durch Mitarbeiter der Denkmalpflege GmbH Prenzlau. Bei einem Spaziergang entlang der ältesten noch erhaltenen Stadtmauer in der Mark Brandenburg können sich Einheimische und Gäste über den Stand der Bauarbeiten selbst überzeugen.

Quelle: Sanierungszeitung der Stadt Strausberg 2008/09
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