Geschichten von Damals

Damals war's
Lesen Sie interessante Geschichten und spannende Sagen, wie sie über Strausberg erzählt wurden. Herausgekramt und nacherzählt aus den Archiven des Heimatmuseums Strausberg.

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Strausbergs Wahrzeichen - Der Wasserturm


Wassertürme sind Hochbehälter zur Speicherung von (Trink-)Wasser und sorgen durch die erhöhte Lage für einen konstanten Druck im angeschlossenen Wassernetz. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden in Deutschland immer mehr Städte und mit ihnen viele dieser Bauwerke, um die öffentliche Versorgung mit sauberem Trinkwasser zu gewährleisten. Vorher kam es des öfteren zu Epedemien großen Ausmaßes, verursacht durch sehr beengt lebende Menschen und große Mengen von Abwasser, die Betriebe erzeugten.

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts erfolgte die Wasserversorgung in Strausberg über private Brunnen. Die wenigen öffentlichen lagen in Verantwortung der Stadt.

Im Jahre 1901 beschwerten sich zahlreiche Strausberger über die schlechte Wasser- und Abwasserversorgung. Die Frischwasserqualität ließ zu wünschen übrig, durch das Abwasser wurde die Stadt verschmutzt und Regenwasser verursachte Überschwemmungen. Erschwert wurde das alles noch durch die hölzernen Wasserleitungsrohre, die 1903 ausgetauscht werden mußten. Als man im darauffolgenden Jahr einen privaten Brunnen in der Wilhelmstraße aus hygienischen Gründen sperrte, gab es ernste Pläne für eine zentrale Wasserversorgung.

Nach vorangegangenen Bohrungen im Gelände östlich des Igelpfuls zur Klärung der Wasserqualität und Ergiebigkeit sowie der Projektierung des Wasserwerkes durch die Firma Growe, wurde im Frühjahr 1910 mit dem Bau auf dem Gipfel des Marienbergs in 93,5 Metern Höhe begonnen. Den Zuschlag erhielt der Baumeister Liesegang, der seinen Kollegen Schürbel um 1000 Mark unterbot. Bereits im Herbst verließ Fortuna Liesegang. Er mußte Konkurs anmelden und Baumeister Schürbel vollendete sein Werk.

Am 5. Mai 1911 nahm der Wasserturm seinen regulären Betrieb auf und gewährleistete die gesamte zentrale Wasserversorgung der Stadt Strausberg. Zur Einweihung kam sogar eine Kommission des Potsdamer Regierungspräsidenten.

Der Turm leistete treue Dienste. Er hielt den Wasserdruck ohne nennenswerte Störungen konstant. Nach der Wende wurde er aus ökonomischen Gründen und durch den Einsatz neuer Technik stillgelegt. Der Wasserverband Strausberg-Erkner übergab das 35 Meter hohe Bauwerk wieder an die Stadt.

Nun scheiden sich die Geister. Was könnte man aus diesem imposanten Wahrzeichen nicht alles machen ...

Quelle: Heft 22/2009 Akanthus

Unser Dank gilt Frau Karlson vom Heimatmuseum für die freundliche Unterstützung.
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