Geschichten von Damals

Damals war's
Lesen Sie interessante Geschichten und spannende Sagen, wie sie über Strausberg erzählt wurden. Herausgekramt und nacherzählt aus den Archiven des Heimatmuseums Strausberg.

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Wie der Marienberg zu seinem Namen kam


Der heutige Marienberg in Strausberg wurde erst ab dem 15. Jahrhundert so bezeichnet. Davor hieß er schlicht Krähenberg. Seinen neuen Namen bekam er mit Errichtung einer hölzernen Marienkapelle, erstmals 1440 urkundlich erwähnt, auf dem höchsten Punkt der Anhöhe. Der Mutter von Jesu Christi, dem Sohn Gottes im Christentum, galt schon immer eine besondere Verehrung.

Früher war es üblich, Marienbilder dort aufzustellen, an denen ein `Wunder` geschehen sein soll. Die Kirche hatte nichts dagegen, spülten doch Wallfahrtsorte Geld in die knappen Kassen. Vor Gründung einer Wallfahrtskapelle mußte aber die Genehmigung des zuständigen Bischofs eingeholt werden. Der war nicht abgeneigt, konnte er doch einen Teil der Spenden für sich verbuchen.

Leider fand die Kapelle nicht so viel Zuspruch wie erhofft. Schon nach 50 Jahren war sie in so schlechtem Zustand, dass ein Neubau erforderlich wurde. Dafür fehlte wiederum das Geld. Der Brandenburger Bischof Joachim von Bredow schien sichtlich interessiert am Erhalt der Pilgerstätte. Er rief im Land zu einer Spendenaktion auf und zwei Bürger aus Strausberg sammelten in kurzer Zeit genug Geld, um im Jahre 1508 eine neue Kapelle aus Stein entstehen zu lassen.

Die Wallfahrtskirche auf dem Marienberg stand unter keinem guten Stern. In den unruhigen Zeiten des Streites zwischen Luther und der Katholischen Kirche, als nur wenige Gotteshäuser in Brandenburg der Reformation zum Opfer fielen, wurde sie zerstört. In den Strausberger Kämmereibüchern der Jahre 1549 bis 1552 ist vermerkt, dass die Reste abgerissen und die Steine vom Marienberg geholt wurden.

Erwähnenswert ist noch, dass im Jahre 1628 während des 30-jährigen Krieges General von Wallenstein mit 600 Mann für zwei Tage in Strausberg lagerte. Bevor er abzog, ritt er mit seinen Offizieren auf den Marienberg, um Stadt und Umgebung zu erkunden.

Quelle: Heft 22/2009 Akanthus

Danke Frau Karlson vom Heimatmuseum für die freundliche Unterstützung.
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