Geschichten von Damals

Damals war's
Lesen Sie interessante Geschichten und spannende Sagen, wie sie über Strausberg erzählt wurden. Herausgekramt und nacherzählt aus den Archiven des Heimatmuseums Strausberg.

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Denkmal des
Turnvater Jahn


Die älteren Strausberger können sich bestimmt noch an das Jahn-Denkmal in der Parkanlage am Straussee erinnern. Im Rahmen des 50-jährigen Stiftungsfestes des Männerturnvereins wurde es im Sommer 1912 eingeweiht. Über viele Jahre war das Monument ein gern genutztes Fotomotiv. Sein Sockel bestand aus vielen beschrifteten Steinen, auf denen Erinnerungen an Turnfeste und sportliche Wettkämpfe für die Ewigkeit eingraviert waren.

Wer war Friedrich Ludwig Jahn?
Im August 1778 geboren, studierte der Sohn eines Pfarrers Geschichte und deutsche Sprache. Friedrich Ludwig Jahn gilt als Initiator der deutschen Turnbewegung. Die war u.a. mit dem Ziel entstanden, die Jugend auf den Kampf gegen die napoleonische Besetzung und für die Rettung Preußens und Deutschlands vorzubereiten. Jahn war gegen die Kleinstaaterei, er wollte ein einheitliches Deutschland. Der erste Turnplatz entstand unter seiner Anleitung 1811 auf der Berliner Hasenheide. Er schaffte nicht nur die Grundlagen für den Turn-, sondern auch für den heutigen Sportbetrieb. Unter seiner Anleitung wurden Geräteübungen weiterentwickelt und durch Spiele, Schwimmen, Fechten und Wandern ergänzt.

Während der Befreiungskriege war Jahn Bataillonsführer des Lützowschen Freikorps, an deren Gründung er stark mitwirkte. Das wurde ihm nach Kriegsende zum Verhängnis. Von der Reaktion verfolgt, wegen geheimer, hochverräterischer Verbindungen angeklagt und 1819 verhaftet und eingesperrt, wurde er zwar 1825 endlich freigesprochen aber bis 1840 unter Polizeiaufsicht gestellt. Trotz des Turnverbotes, das im Jahre 1820 in ganz Preußen und anderen deutschen Staaten erlassen wurde, fanden weiterhin vielerorts Leibesübungen statt. Erst 1842 hob Friedrich Wilhelm IV. die Turnsperre auf. Sport war wieder ein Schulfach.

Im hochbetagten Alter von 70 Jahren wählte man Jahn in die Frankfurter Nationalversammlung. Bis zu seinem Tode im Oktober 1852 war die nationale Einheit Deutschlands sein höchstes Ziel. Turnvater Jahn hat im Laufe seines Lebens in vielen deutschen Städten gewirkt, in denen heute Denkmale an ihn erinnern. Der Strausberger Gedenkstein steht heute auf dem Sportplatz am Marienberg. Beachtlich ist, nicht nur in unserer Stadt wird heute noch in den unterschiedlichsten Sportvereinen nach den Jahn´schen Grundsätzen Sport getrieben.

Quelle: Strausberger Stadtplan 2002/2003

Wir danken dem Heimatmuseum, insbesondere Frau Karlsohn, für die freundliche Unterstützung.

Bilderklärung: Ansichtskarte Strausberg Mark, Blick auf das Jahn-Denkmal, Stein
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