Geschichten von Damals

Damals war's
Lesen Sie interessante Geschichten und spannende Sagen, wie sie über Strausberg erzählt wurden. Herausgekramt und nacherzählt aus den Archiven des Heimatmuseums Strausberg.

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Wo stand das Hotel-Restaurant Wolfstal?


Strausberg war schon vor über 100 Jahren ein beliebtes Ausflugsziel der Hauptstädter. Nicht nur wegen der schönen Landschaft, sondern auch aufgrund der guten Gastronomie und Verkehrsanbindung.

Gern besucht wurde auch die im Jahre 1894 errichtete Gaststätte Wolfstal am Fuße des Marienbergs, an der vorher die Bierhalle `Zum Waldkater` stand. Heute befindet sich auf dem Gelände in der Berliner Straße eine Tankstelle und die Autowerkstatt Pitstop.

Der Erstbesitzer Gottfried Neumann mußte bis zum Sommer 1910 sein Gasthaus, idyllisch an Wald und Wasser gelegen, noch ohne elektrischen Strom betreiben. Der Architekt Staudt, der das Haus im Rahmen einer Zwangsversteigerung günstig erwarb, baute das Restaurant 1926 aus.

Als die neue Trasse der Strausberger Eisenbahn am Hotel Wolfstal vorbeiführte, wurde durch die gleichnamige Haltestelle auf der gegenüberliegenden Seite die Erreichbarkeit noch erleichtert. Die späteren Besitzer Keller und Freudrich warben im Jahre 1929 auf Anzeigen mit dem `Clou des Ostens`, schließlich hatte ihr Haus ganzjährig eine Sommer- und Winterveranda für 200 Personen zu bieten. Außerdem hielten sie Vielfältige Angebote für Freizeit und Urlaub bereit. Dies ermöglichte hauptsächlich der angelegte Sport- und Spielplatz nahe des Wasserturmes am Marienberg.

Nur fünf Jahre später wurde aus dem stolzen Gebäude die Gauschule `Wilhelm Friedrich Loeper` und im Jahre 1940, zur Zeit des zweiten Weltkrieges, erfolgte der Umbau zum Reserve-Lazarett. Als dann 1945 die Sowjetarmee einmarschierte, sah sie darin eine faschistische Einrichtung und brannte das Haus nieder.

Der Charme, den das Wolfstaler Hotel versprühte, ist jetzt nur noch auf alten Ansichtskarten zu sehen. Glücklich schätzen kann sich, wer sie besitzt ...

Fotomontage: Dietger Krause

Quelle: Heft-Akanthus 22/2009
Wir danken Frau Karlson vom Heimatmuseum.
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